Kimmichs hunger nach titel: dfb-team mit neuem geist?

Winston-Salem – Joshua Kimmich, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, spricht Klartext: Die Mannschaft hat Durst nach Erfolg. In der Pressekonferenz vor dem nächsten WM-Spiel offenbarte der Mittelfeldmotor nicht nur seine morgendlichen Telefonate mit seiner Familie, sondern auch eine klare Erwartungshaltung an das Team. Es geht nicht nur um Fußball, sondern um das Schaffen von etwas Besonderem.

Die familie im kopf, der titel im herzen

Die Balance zwischen Familie und Nationalmannschaft ist für Kimmich eine ständige Herausforderung. Die Gedanken an seine Frau und die vier Kinder sind allgegenwärtig, aber der unbändige Wille, mit dem DFB-Team etwas Großes zu erreichen, überwiegt. „Es ist immer ein bisschen fragil, wenn der Papa so lange weg ist“, gestand er, doch die Pfingstferien in Bayern haben die Situation etwas entspannt. Der Kapitän scheint überzeugt: „Ich glaube, es brennt zu Hause nicht.“

Kimmichs Fokus liegt unzweifelhaft auf dem Spielfeld. Er ist der Inbegriff von Konzentration und Detailgenauigkeit, ein Spieler, der nicht nur seine eigenen Aufgaben erfüllt, sondern auch das Spielgeschehen um ihn herum im Blick behält. „Die Restverteidigung ist ein großes Thema. Die Absicherung ist wichtig“, betonte er und zeigte damit, dass er sich selbst als eine Art Assistenztrainer versteht – eine Rolle, die er mit Bravour ausfüllt.

Kritikfähigkeit und der blick nach vorne

Kritikfähigkeit und der blick nach vorne

Kimmich scheut sich nicht vor Selbstkritik. Auch der 7:1-Erfolg gegen Curacao wurde nicht unkritisch gesehen. „Es darf uns gegen so einen kleinen Gegner nicht passieren, ein Tor zu kassieren“, forderte er sein Team auf, sich stetig zu verbessern. Diese Ehrlichkeit und der unbedingte Siegeswille sind es, die Kimmich zu einem derartigen Leader machen.

Doch Kimmich blickt auch über den Tellerrand. Er erkannte früh, dass die vermeintlich kleineren Nationen im Fußball immer besser werden. „Vermeintlich kleine Nationen werden besser“, stellte er fest und unterstrich damit die Notwendigkeit, sich ständig neuen Herausforderungen zu stellen. Es ist diese Mischung aus Konzentration, Ehrlichkeit und Weitsicht, die ihn so wertvoll für das DFB-Team macht.

Die Atmosphäre im Team ist gut, der Hunger nach dem ersten Titel seit Jahren ist spürbar. Und mit Joshua Kimmich an der Spitze, der die Ähnlichkeit zu einem angehenden Trainer immer deutlicher werden lässt, scheint die Chance auf eine neue Ära des deutschen Fußballs durchaus real. Die Schlange namens „Ringo“ und die immergrüne Magnolie mögen interessante Anekdoten sein, doch am Ende des Tages zählt nur eines: der Sieg.