Kimmich-debatte eskaliert: lahm fordert rückkehr ins mittelfeld!
Die Diskussion um Joshua Kimmichs Rolle bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft hat eine neue, überraschende Wendung genommen. Während Bundestrainer Julian Nagelsmann auf den Bayern-Star als Rechtsverteidiger setzt, plädiert Rekordnationalspieler Philipp Lahm nun offen für eine Rückkehr ins zentrale Mittelfeld – eine Forderung, die die Gemüter erhitzt und die taktischen Überlegungen des DFB-Teams neu bewertet.

Lahms klare ansage: die achse muss stimmen
Im Exklusiv-Interview mit Sport BILD ließ Lahm wenig Zweifel an seiner Meinung: „Kimmich spielt im Mittelfeld seit Jahren auf höchstem Niveau. Ich würde die Achse mit Neuer, Tah und Kimmich nicht sprengen, indem ich ihn rechts spielen lasse. Deswegen würde ich ihn im Mittelfeld aufstellen.“ Seine Argumentation ist schlichtweg überzeugend: Die Stabilität und das Spielverständnis, das Kimmich im Zentrum einbringt, seien für ein erfolgreiches Turnier unerlässlich. Die Bayern-Achse, in der Kimmich in dieser Saison neben Aleksandar Pavlović brillierte, dient dabei als Vorbild.
Nagelsmanns Entscheidung, Kimmich auf die rechte Abwehrseite zu stellen, rührte von der Notwendigkeit her, eine dauerhafte Lösung für diese Position zu finden – ein Problem, das die deutsche Nationalmannschaft seit Jahren plagt. Lahm schlägt nun einen alternativen Weg vor, der überraschend Waldemar Anton ins Spiel bringt. „Wir haben bei der WM 2014 teilweise mit zwei Innenverteidigern auf den Außenverteidiger-Positionen gespielt. Auch das ist möglich“, so Lahm. Anton soll die defensive Rolle rechts übernehmen, während David Raum auf der linken Seite für Offensivdrang sorgt. Die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensivem Schwung, so Lahms Kalkül, könnte so optimal ausbalanciert werden.
Doch die Debatte geht weiter: Auch die Rückkehr von Manuel Neuer als Nummer eins sorgte für Diskussionen. Lahm äußerte zwar Verständnis für Nagelsmanns Entscheidung, kritisierte jedoch den späten Zeitpunkt. „Für mein Gefühl kam die Entscheidung, wer die Nummer eins wird, sehr spät“, so der ehemalige DFB-Kapitän. Dennoch betonte er die Klasse des Bayern-Keepers: „Manuel Neuer ist immer noch der beste deutsche Torhüter.“
Die Vorbereitung auf die WM läuft auf Hochtouren, und die Frage nach der optimalen Besetzung im Mittelfeld und in der Abwehr bleibt ein zentrales Thema. Mit dem Start der WM am 14. Juni gegen Curacao steht die deutsche Nationalmannschaft vor einer großen Herausforderung. Die kommenden Spiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador werden zeigen, ob Nagelsmanns taktische Ausrichtung oder Lahms Forderung nach einer Umstrukturierung im Mittelfeld die besseren Ergebnisse erzielen.
Die Entscheidung von Julian Nagelsmann wird auf dem Prüfstand stehen. Denn die Weltmeisterschaft ist kein Experimentierfeld, sondern eine Bühne für Leistung und Erfolg. Und Philipp Lahm, der Mann, der als Kapitän 2014 den WM-Titel in die Höhe stemmte, weiß, worauf es ankommt: auf einer funktionierenden Mannschaftsleistung und der richtigen taktischen Konstellation.
