Kimmich als vorbild: tomasson lobt neuen trend im weltfussball
Die WM in Nordamerika sorgt für Diskussionen – und für Lob eines ehemaligen Top-Stürmers. Jon Dahl Tomasson, FIFA-Experte, sieht in Joshua Kimmich einen Schlüsselspieler für eine taktische Entwicklung, die den Fussball nachhaltig verändern könnte.

Die neue rolle des außenverteidigers: mehr als nur verteidigen
Tomasson analysiert im Rahmen der „Technical Study Group“ der FIFA die Spiele und Trends der WM. Dabei ist er auf einen klaren Trend aufmerksam geworden: Außenverteidiger, die nicht nur verteidigen, sondern auch im Angriff eine wichtige Rolle spielen. Und hier kommt der deutsche Nationalspieler ins Spiel. „Kimmich hat das in der Vergangenheit schon sehr gut gemacht“, erklärt der 49-Jährige dem SID.
Es geht darum, dass Außenverteidiger wie Kimmich mit dem Ball ins Mittelfeld ziehen und dort spielerische Impulse setzen. Eine Entwicklung, die der ehemalige dänische Nationalspieler mit Johan Cruyff in Verbindung bringt. „Er sagte, wenn man den Ball hat, gibt es auch eine Art, ihn zu verteidigen“, erinnert sich Tomasson an Cruyffs Philosophie des Ballbesitzes.
Neben Tomasson, Klinsmann und Otto Addo gehören weitere elf prominente Experten zur „Technical Study Group“, die zu allen 104 WM-Spielen Analysen liefert. Dabei unterstützen sie sich mit einem großen Datenteam und modernsten Analysetools. Die Erkenntnisse werden auf der Webseite der FIFA für die Fans zugänglich gemacht.
Die Wahl des besten Spielers des Turniers ist ebenfalls eine Aufgabe für die Experten. Die Auszeichnung, die seit 1978 vergeben wird, ging in zehn von zwölf Fällen an einen Spieler, der das Finale bestritt. Tomasson zählt Spanien, Frankreich, Brasilien und den Titelverteidiger Argentinien zum Kreis der Favoriten. Ob Kimmich zu diesen Kandidaten gehört, wird die weitere Turnierverlauf zeigen. Aber eines ist klar: Seine neue Rolle im Team verändert den Fussball.
