Kiel fegt lautern hinweg: 3:0-sensation vor eigenem kahn

Die Störche haben sich in die Höhenluft der 2. Bundesliga zurückgeflogen. Mit einem Blitzstart nach acht Minuten und einem Halbzeit-K.o. verwandelte Holstein Kiel den 1. FC Kaiserslautern in Statisten: 3:0, ein Ergebnis, das das Holstein-Stadion beben ließ und die Tabellenkeller in Schleswig-Holstein ganz schön verstummen ließ.

Umut tohumcu trifft mit der ersten kugel

Knapp 25 Meter, leicht halblinks – kein Problem für den Hoffenheim-Leihgut. Tohumcu nahm Maß, zog mit rechts ab und jagte die Kugel genau in den Winkel. Das war nicht nur sein erstes Tor für Kiel, sondern auch ein Weckruf für die Pfälzer, die danach wie gelähmt wirkten. Die Roten Teufel? Eher rote Laternern. Keine Zweikampfhärte, keine Idee, nur ein Haufen Verzweiflung.

Tim Walter hatte seine Truppe offensichtlich aufgerieben. Die Kieler pressten in 4-2-2-2, rissen Linien auseinander, spielten wie entfesselt. Nach einer schnellen Balleroberung schlug Phil Harres einen Haken, ließ seinen Gegenspieler stehen und hämmerte die Kugel aus spitzem Winkel unter die Latte. Krahl im Kasten der Gäste war chancenlos – 2:0 nach 36 Minuten. Die Gäste-Fans schwiegen, die Heimfans rasten.

David zec macht den sack zu – und das nach einer ecke

David zec macht den sack zu – und das nach einer ecke

Es war dieselbe Standardsituation, die Kaiserslautern in der Hinrunde noch aus dem Spiel warf. Diesmal war es umgekehrt. Tohumcu schlug den Ball scharf vor den Fünfer, Zec stieg am höchsten und köpfte zum 3:0 ein. Sein sechster Treffer der Saison – ein Innenverteidiger mit Killer-Instinkt. Die Lauterer Abwehr stand wie versteinert, die Köpfe hingen.

Die zweite Hälfte? Ein Abklatsch. Kiel verwaltete, Lautern schaffte es nicht einmal, Timon Weiner ernsthaft zu prüfen. Die größte Szene blieb ein verunglückter Fallrückzieher von Ritter, der den Ball weit über das leere Tor setzte. Die Pfälzer verabschieden sich damit endgültig aus dem Aufstiegsrennen, während Kiel auf Rang zwölf springt und den Relegationsplatz auf drei Punkte verkürzt.

Am Samstag geht’s für die Störche nach Berlin, wo Hertha wartet. Für Lautern heißt es danach gegen Braunschweig, sonst wird es eng im Tabellenkeller. Die Saison ist noch lang, aber nach diesem Abend spürt jeder in Kiel: Der Klassenerhalt ist kein Wunsch mehr, er ist greifbar nah.