Kessler zögert, kwasniok kämpft: der fc steht kopf
Der 3:3-Rausch gegen Gladbach war noch nicht abgeklungen, da schon der nächste Kater: Thomas Kessler, Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln, verweigert Lukas Kwasniok das Job-Gelöbnis. „Wir müssen das jetzt sachlich und rational analysieren“, sagt er nach dem Schlusspfiff und klingt dabei alles andere als emotional. Die Botschaft: nichts ist sicher, nicht einmal der Trainer, der den Klub vor dem achten Abstieg bewahren soll.

Kwasnioks gegenangriff: „ich bin der richtige“
Der 44-Jährige lässt sich nicht erpressen. „Ich werde um diesen verdammten Job kämpfen, mit allem, was ich habe“, donnert er in die Mikros von Sky. Kein Flehen, kein Appell an die Nächstenliebe – pure Selbstüberzeugung. Er spürt, so sagt er, die Rückendeckung der Mannschaft, spüre den Teamgeist, der sich in der Aufholjagd gegen Gladbach zeigte. Doch die Tabelle lügt nicht: sieben Spiele ohne Sieg, Platz 16, 26 Punkte. Die Realität holt den FC ein, egal wie laut die Kabine brüllt.
Kessler wird sich „eine Nacht drüber schlafen“. Das klingt nach klassischer Verzögerungstaktik. Am Sonntag gibt es ein Krisengespräch, vielleicht schon mit Folgen. Kwasniok weiß das. „Musst erstmal einen finden, der mehr Überzeugung in sich trägt“, wirft er in den Raum – eine Kampfansage an jeden, der ihn beerben will.
Die Fans jubelten gestern noch über den späten Ausgleich, heute zählen sie wieder die Punkte bis zur Abstiegslinie. Fünf Spieltage sind es noch, bis Mai Mitte die Ziellinie heißt. Kwasniok glaubt an die Wende. Die Frage ist nur: glaibt ihm Kessler noch?
