Kessen zeigt doppelfinger – heidelberg gewinnt krimi in trier trotz eklat

71:69 hieß es auf dem Trierer Parkett – und Sekunden später liefen die Emotionen Amok. Die MLP Academics hatten ihre Köpfe aus der Schlinge gezogen, doch die wahre Schlagzeile lieferte Marcel Kessen mit zwei gespreizten Fingern.

Weathers' wut und der funke, der alles zündete

Michael Weathers war schon früh mit einer Knöchelblessur raus, schleppte sich zurück und schleppte seinen Club mit 17 Punkten durch die Hölle. Als die Sirene schrillte, suchte er das Handshake – und fand nur noch Tumult. TV-Bilder zeigen, wie Konditionstrainerin Serena Benavente den US-Boy am Trikot zieht, zwei Ordner nachlegen, Weathers flucht weiter. Der Grund? „In ein, zwei Rangeleien verwickelt“, murmelt Dyn-Experte Christoph Knieper ins Mikro. Heidelberg schickt für das Interview Ersatzmann Ryan Mikesell, der die Eruption mit Endspiel-Pathos abtut: „Jedes Spiel ist ein Endspiel für uns.“ Trieres Marten Linßen schnaubt: „Die Gesten, die da kommen, braucht man nicht.“

Kessens faust und die kalte dusse

Kessens faust und die kalte dusse

Während sich die Akteure noch schubsen, dreht sich Marcel Kessen – 2,07 m, sonst eher schwer entflammbar – ab, streckt die Arme genüßlich nach oben und serviert den Trierer Block den doppelten Stinkefinger. Die Kameras fangen alles ein, Dyn schaltet sofort weg, die Arena brüllt. Am nächsten Tag erscheint auf Heidelbergs Instagram ein 58-Sekunden-Video. Kessen wirkt, als hätte ihn jemand aus dem Schlaf geschüttelt: „Eine unfassbar schlechte Reaktion. Das bin nicht ich.“ Die Entschuldigung wirkt echt, doch die Liga prüft, wie viel Geld und Spiele so ein Geste kostet.

Für Heidelberg zählt vorerst nur der eine Punkt, der sie auf Relegationsplatz sieben hievte. Trier bleibt Letzter, muss nun nächste Woche in Ulm punkten, sonst wird der Abstieg zur Formsache. Und Kessen? Der muss zur Kenntnis nehmen, dass Basketball-Fans sich an Siege erinnern – aber an Beleidigungen nie vergessen.