Keltern verspielt pokal-krönung in berliner nacht
Keltern hatte alles – Titelverteidiger, Tabellenführer, 22 Siege in Serie. Dann kam Alba Berlin und nahm der Rutronik-Truppe in einer Achterbahn-Nacht den Pokal weg. 67:62 nach Verlängerung, die erste DBBL-Trophäe für die Hauptstädter, der dritte Kelterner Finalsieg in Serie geplatzt wie ein Luftballon im Regen.
Die niederlage beginnt mit einem 8:0-lauf
Vier Minuten, zwei Korbleger, 4:0 – alles nach Plan. Doch Berlin wollte das sportliche Bild nicht in Schwarz-Weiß malen. Ein 8:0-Lauf drehte das erste Viertel, 17:14 stand’s nach zehn Minuten, und der Favorit schaute zum ersten Mal verunsichert. Die Kelterner Dreier? Zwei Treffer aus elf Versuchen. Ein Satz, der die Nacht schon vor Mitternacht kühler werden ließ.
28:28 zur Pause, ein Kopf-an-Kopf-Rennen ohne Luft nach oben. Drittes Viertel: Keltern enteilt auf 34:28, doch Berlin schlägt zweimal zurück. 44:43 vor dem Schlussabschnitt – ein Krimi, der keinen Platz mehr für Fehler lässt.

Crunchtime und die kunst des verlierens
Acht Minuten vor Ultimo 52:43 – die Kelterner Bank atmete auf. Dann kam Alina Hartmann. Drei Sekunden vor Ende verwandelte sie den Freiwurf zum 56:56, schickte 3.200 Zuschauer im Ostbloc-Charme der Max-Schmeling-Halle in kollektive Raserei. Verlängerung.
Die Badenerinnen vergaben in der Overtime satte zwölf Freiwürfe. Alexandra Wilke traf zwar für 61:58, doch Alexandra Kiss-Rusk verwarf die letzte Chance. 16 Sekunden, zwei verfehlte Schüsse, ein Albtraum. Berlin jubelte, Keltern stand mit leeren Händen da.
Die Serie ist gerissen, der Mythos zerborsten. Keltern muss nun in der Liga beweisen, dass eine Nacht in Berlin nur eine Fußnote ist – nicht das Ende einer Ära.
