Keller-desaster: dhfk leipzig verspielt befreiungsschlag und rutscht tiefer
Die Niederlage schmeckt nach Abstieg. DHfK Leipzig verpatzte das Kellerduell gegen Bergischer HC mit 28:35, verpasste den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz und wachte am Sonntag als Tabellenletzter auf. 5.280 Fans in der Arena Leipzig sahen ein Team, das sich selbst zerlegte.
Lucas krzikalla trifft, aber die abwehr schläft
Rechtsaußen Krzikalla war mit sechs Treffern Leipzigs treffsicherster Akteur, doch seine Tore wirkten wie Pflaster auf einem offenen Bruch. Die DHfK-Defensive wirkte kopflos, stolperte über eigene Umstellungen und fand kein Mittel gegen Kreisläufer Julius Kühn, der mit acht Toren die Vorentscheidung markierte. Torhüter Christopher Rudeck parierte 17 Schüsse – ein Personal-Ausverkauf.
Trainer Frank Carstens wechselte sich in der Kabine die Stimme weg. „Wir haben die erste Halbzeit noch geglaubt, danach haben wir nur noch reagiert“, sagte er mit heiserer Stimme. Die Leipziger lagen zur Pause mit 14:16 zurück, kamen zwar auf 22:24 heran, kassierten dann aber drei Gegentore in Serie und fielen auf 22:28 zurück. Die Luft war raus, der Glauben auch.

Der abstiegsrechner nagt an der seele
Die Tabelle lügt nicht: 8:36 Punkte, vier Zähler Rückstand auf das rettende Ufer, elf Spiele noch. Die Statistik ist gnadenlos – seit fünf Jahren verlassen Teams mit weniger als 15 Punkten nach 22 Spieltagen die Bundesliga in 87 Prozent der Fälle den Wiederaufstiegs-Play-downs. Leipzig steht bei acht. „Wir müssen jetzt zwei, drei Spiele in Folge gewinnen, sonst wird es eng“, sagte Kreisläufer Philipp Weber, dessen Blick bereits nach der kommenden Partie bei HBW Balingen ging. Dort wartet ein direkter Konkurrent.
Die Leipziger Verantwortlichen schoben nach dem Schlusspfiff die Reihenfolge der Pressekonferenz durcheinander, weil niemand so recht wusste, wer zuerst die richtigen Worte findet. Manager André Buchholz sprach von „einem Tag, der alles kaputtmacht“, doch die Wahrheit ist: Es war schon vor dem Spiel kaputt, Leipzig hat nur die Trümmer zusammengekehrt.
