Kegel-wm in langenfeld: weltelite trifft auf deutsche abschiede und fußball-vergangenheit
Langenfeld bebt! Die Kegel-Weltmeisterschaft hat heute offiziell ihre Tore geöffnet und lockt die absolute Crème de la Crème aus aller Welt an die Acht-Bahn-Sportkegelhalle des SKC Langenfeld 1962. Brasilianische, marokkanische und indische Athleten reisen an, um sich mit den europäischen Spitzensportlern zu messen – ein Spektakel, das für den kleinen Verein eine riesige Ehre darstellt.
Yvonne ruch: letzter auftritt einer legende
Doch der Fokus liegt auch auf dem Abschied. Yvonne Ruch, Deutschlands erfolgreichste Keglerin, bestreitet ihre letzte Weltmeisterschaft. Die 46-Jährige, eine Polizistin neben dem Kegelbrett, hat alles gewonnen, wie sie selbst sagt, und nun spürt sie die ersten Anzeichen des Alters. „Es zwickt hier und da“, gesteht sie, und so hat sie entschieden, sich von der aktiven Bühne zu verabschieden. Ein trauriger Moment für den deutschen Sport, aber auch eine Chance, ihrer Karriere Tribut zu zollen.
Ruch, die sich immer wieder über den spöttischen Unterton im Umgang mit dem Sportkegeln ärgert, hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. „Man muss sich das gefallen lassen: Da wird ja nur getrunken! Nein! Hier ist das Leistungssport!“, betont sie immer wieder. Und mit Recht, denn beim Sportkegeln werden Hunderte Würfe pro Turniertag absolviert – ein Beweis für die körperliche und mentale Stärke, die dieser Sport erfordert.

Neuer aus der oberliga: marcel grote im nationalteam
Während Ruch ihre Karriere beendet, steht für Marcel Grote ein ganz neuer Abschnitt bevor. Der 42-jährige Heiligenhauser, der einst als Fußball-Torwart in der Oberliga kickte und sogar zweimal im DFB-Pokal stand, wurde überraschend für das Nationalteam nominiert. „Zwischendurch habe ich es als Fußball-Torwart in die Oberliga geschafft“, erinnert er sich, bevor er nun zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Der sportliche Weg war vorgezeichnet, aber der Umweg über den Fußball hat ihn sicherlich geprägt.
Die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft waren monatelang intensiv, wie Sportwart Ricky Zimmer betont. „Nach den ganzen Vorbereitungen sind alle froh, dass es heute endlich losgeht“, so Zimmer. Die größte Sorge: ein technischer Defekt. Doch solange die Maschinen laufen, steht dem sportlichen Spektakel nichts mehr im Wege. Die Weltelite ist am Start – und Langenfeld ist bereit!

Ein sport, der sich behaupten muss
Die WM in Langenfeld ist nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern auch eine Chance, das Image des Sportkegelns zu verbessern. Lange Zeit wurde es belächelt und als reiner Kneipensport abgetan. Doch Athleten wie Yvonne Ruch zeigen, dass hier höchste Konzentration, Präzision und körperliche Fitness gefragt sind. „Die Spötter nehmen wir gerne mit auf die Bahn“, sagt Ruch mit einem Augenzwinkern. „Nach vierzig Würfen haben die oft schon Muskelkater!“
