Katzer behauptet var-benachteiligung – der faktencheck enttarnt ihn
Markus Katzer hat nach dem 1:1 in Altach eine steile These in die Welt gesetzt: Ohne VAR-Fehler wäre Rapid längst in der Meistergruppe. Klingt plausibel, wenn man Grün-Weiß-Fan ist. Schaut man aber nüchtern auf die Zahlen, bröckelt das Argument schnell.
Was katzer richtig sieht – und was er verschweigt
Ja, Rapid wurde in dieser Saison am häufigsten von Fehlentscheidungen getroffen. Von den fünf eingestandenen Fehlern in 21 Bundesliga-Runden entfielen zwei auf die Hütteldorfer. In Runde 14 kassierte Rapid einen unberechtigten Handelfmeter gegen den GAK, der die Niederlage einleitete. Am Wochenende in Altach blieb ein klarer Strafstoß nach dem Griff von Torhüter Stojanovic an Wurmbrand aus – auch Viktor Kassai, Technical Director der ÖFB-Schiedsrichter, bestätigte das in seinem wöchentlichen VAR-Check.
Rechnet man beide Fehler zugunsten von Rapid um, kämen die Grün-Weißen auf 33 Punkte. Das klingt nach Meistergruppe. Ist es aber nicht. Denn Rapid läge damit punktgleich mit der Wiener Austria und einen Zähler vor TSV Hartberg – Platz fünf, Tabellenrand, Zittern bis zur letzten Runde.

Die fehler, die katzer nicht einrechnet
Was der Sportchef in seiner Aufrechnung elegant weglässt: Die anderen Fehlentscheidungen dieser Saison. In Runde 8 hätte Schiedsrichter Gishamer das Steurer-Tor für Ried gegen den GAK nicht als Abseits werten dürfen. Kassai korrigierte das nachträglich. Ried hätte damit 30 Punkte – und wäre mit einem Sieg im letzten Heimspiel gegen die Austria plötzlich wieder im Rennen.
Das Szenario ist nicht abstrakt. Verliert Rapid am Sonntag das Heimspiel gegen Tabellenführer RB Salzburg, gewinnt Ried gegen die Austria, und erledigt Hartberg seine Hausaufgaben gegen BW Linz, stehen drei Klubs mit je 33 Punkten da. Die direkte Vergleichstabelle würde Rapid dann als Letzten des Trios ausweisen. Meistergruppe? Fehlanzeige.

Var wird besser – das geht im lärm unter
In der Vorsaison zählte Kassai noch 30 schwerwiegende Fehlentscheidungen in der gesamten Saison, 16 davon direkt dem VAR zuzuschreiben. Seine eigene Einschätzung damals: „Jede zweite Woche ein VAR-Fehler ist okay.
