Karl am court: bayern-star schaut zu – und tippt daneben!

München tobte, die Halle bebte – und Bayern München siegte mit 102:94 gegen Alba Berlin im ersten Spiel der Best-of-Five-Serie. Doch der eigentliche Blickfang war ein anderer: Nationalspieler Lennart Karl, der von einem Traumfinale mit der Nationalmannschaft träumte, saß nun in der ersten Reihe und verfolgte zumindest ein Finale. Ein ironisches Schicksal für den jungen Star, der kurz vor der Weltmeisterschaft einen Muskelbänderriss erlitt und vorzeitig nach München zurückkehren musste.

Reha-pause mit basketball-ablenkung

Reha-pause mit basketball-ablenkung

Karl, in weißem Shirt, grauer Hose und auffälligen roten Sneakern, genoss die Partie im SAP-Garden in Gesellschaft seiner Freundin Zoe Käppele. Die WM war für ihn abrupt beendet, der Rückschlag im Abschlusstraining vor dem Testspiel gegen die USA schmerzte. Nun heißt es erst einmal: Ruhe und Reha. Aber auch Ablenkung – und die fand er beim Basketball.

„Ich hab’ noch Schmerzen, aber da muss man jetzt durch“, gestand Karl am Spielfeldrand. Sein Tipp für das Spiel? Ein etwas holpriger „Ich hoffe, wir gewinnen. Mein Tipp: 56 zu… äh.“ Der Jubel der Fans verriet, dass sie seine basketballerische Expertise nicht allzu hoch bewerteten – und das musste er auch nicht.

Die Partie selbst war ein Kampf. Alba Berlin erwies sich als kein leichter Gegner, zeigte Cleverness und taktische Reife. Svetislav Pešić, der Kult-Trainer der Bayern, forderte in der Auszeit lautstark seine Mannschaft auf. Besonders Andi Obst brillierte für die Bayern und erzielte im zweiten Viertel 16 Punkte, was den Gästen einen knappen Rückstand bescherte. Die Taktik der Berliner war klar: Verhindert um jeden Preis, dass Obst den Ball bekommt.

Doch die Bayern zeigten Charakter. Vladimir Lucic musste kurzzeitig wegen eines verstürzten Sprunggelenks aussetzen, doch auch er kehrte zurück auf das Feld und kämpfte weiter. Im letzten Viertel entfalteten Obst und seine Mitspieler ihre Klasse und sicherten sich den ersten Sieg. Ein Sieg, der zeigt: Die Bayern sind bereit für die Finalserie.

Präsident Herbert Hainer hat bereits klargestellt: Erst wenn die Finalserie abgeschlossen ist, plant er eine Reise in die USA. Basketball hat aktuell Vorrang vor Fußball. Die Spannung steigt, das Finale verspricht weitere packende Duelle. Die Bayern haben den ersten Schritt getan – aber der Weg zum Titel ist noch lang.