Karimi-vermögen beschlagnahmt: iran geht hart gegen exil-kritiker vor

Teheran schlägt hart zu: Die iranischen Behörden haben mutmaßliche Immobilien des ehemaligen Bayern-Profis Ali Karimi beschlagnahmt. Der Schritt ist eine deutliche Eskalation im Konflikt zwischen dem Staat und dem regierungskritischen Fußballer, der seit 2022 im Exil lebt und sich immer wieder öffentlich gegen das Regime geäußert hat.

Ein „verräter“ im visier des regimes

Ein „verräter“ im visier des regimes

Die Justiz-Nachrichtenagentur „Misan“ begründete die Beschlagnahmung mit der Anschuldigung, Karimi sei ein „Verräter des Heimatlandes“, der seit Jahren „umfangreich bei der Unterstützung des Feindes aktiv“ sei. Konkret geht es um zwei Gewerbe- und vier Wohnimmobilien, die nun auf gerichtliche Anweisung beschlagnahmt wurden. Diese drastische Maßnahme reiht sich ein in eine Reihe von Aktionen gegen Kritiker des Regimes, die sich nach den Protesten im vergangenen Jahr in der Öffentlichkeit geäußert haben.

Karimi, der von 2005 bis 2007 für den FC Bayern München spielte und dort zu einer prägenden Figur avancierte, hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder kritisch zur politischen Lage in seinem Heimatland geäußert. Seine Unterstützung für die Proteste nach dem Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini im Herbst 2022 führte bereits zu seiner Anklage in Abwesenheit. Die aktuelle Beschlagnahmung deutet darauf hin, dass die iranische Regierung seine Haltung weiterhin als Bedrohung für die nationale Sicherheit betrachtet.

Die Eskalation im Kontext der regionalen Konflikte Lo que nadie cuenta es, dass diese Maßnahmen im Kontext der wachsenden Spannungen im Nahen Osten stehen. Nach weiteren Protesten zum Jahreswechsel und dem Beginn des Konflikts mit den USA und Israel hat die iranische Justiz wiederholt mit der Beschlagnahmung von Vermögenswerten von Personen gedroht, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft werden. Es ist eine klare Warnung an alle, die sich öffentlich gegen das Regime stellen – auch wenn sie im Ausland leben.

Die Beschlagnahmung von Karimis Immobilien wirft Fragen nach dem Schutz von Menschenrechten und der Meinungsfreiheit im Iran auf. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Schritte die iranische Regierung unternehmen wird, um Kritiker im In- und Ausland zum Schweigen zu bringen. Die Geschichte von Ali Karimi ist mehr als nur die eines ehemaligen Fußballstars; sie ist ein Spiegelbild der politischen Repressionen, die im Iran herrschen.