Karazor-ausfall: chance für chema gegen hsv?
Stuttgart steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Kapitän Atakan Karazor wird am Sonntag im Duell gegen den Hamburger SV aufgrund einer Gelbsperre fehlen. Ein herber Rückschlag für den VfB, der die Intensität in den letzten Spielen als Schlüssel zum Erfolg ausgemacht hat. Doch aus jeder Krise erwächst eine Chance – und für den jungen Spanier Chema könnte diese nun kommen.
Ein auf und ab im ersten bundesliga-jahr
Der 20-jährige Mittelfeldspieler, der im Sommer für rund drei Millionen Euro von Real Madrid an die Neckarstadt kam, schien zunächst einen blitzstartartigen Einstand zu geben. Seine unkonventionelle Art, sich ins Spiel einzubringen, weckte Hoffnungen. Doch dann folgte ein deutlicher Leistungsabfall, der seinen Stammplatz in der Startelf gefährdete. Seit Januar kam er kaum noch zum Einsatz, meist nur in kurzen Kurzeinsätzen oder als Zuschauer in der Bank.
Seine Qualitäten sind unbestritten: Chema verfügt über eine beachtliche Technik, eine gute Zweikampfführung und ein feines Gespür für Raum und Zeit. Er kann Spielsituationen schnell erkennen und besitzt sogar ein gewisses Torinstinkt. Allerdings neigt er auch zu unüberlegten Aktionen, wie sein Patzer beim 0:2 gegen Dortmund zeigte, als die Abwehr kollektiv schlief und ihm eine unaufmerksame Aktion angelastet werden kann.

Hoeneß' vertrauen: ein lichtblick für die zukunft
Trotz seiner Durststrecke hält Trainer Sebastian Hoeneß unbeirrt an dem Talent fest. „Die Art, wie er auftritt, ist überragend. Chema gehört die Zukunft“, so Hoeneß kürzlich. Sein Lob ist ein deutliches Signal an den jungen Spanier: Gib nicht auf, bleib dran, arbeite hart. Denn der VfB glaubt an ihn und sieht in ihm einen wichtigen Baustein für die Zukunft.
Die Frage, ob Real Madrid an einer Rückholoption interessiert ist, die im Vertrag verankert ist, wird in Stuttgart derzeit kaum diskutiert. Der VfB will Chema unbedingt halten und geht nicht davon aus, dass der spanische Rekordmeister die rund 13,5 Millionen Euro Transferkosten auf den Tisch legen wird. Im Gegenteil: Sollte Real ihn zurückholen und weiterverkaufen, könnte der VfB dank einer vereinbarten Weiterverkaufsbeteiligung im zweistelligen Prozentbereich profitieren – ein cleverer Schachzug der Schwaben.
Für Chema gilt es nun, diese Chance zu nutzen und zu zeigen, was in ihm steckt. Die Augen sind auf ihn gerichtet, und er hat die Möglichkeit, sich im Kampf um die Plätze in der Schaltzentrale des VfB zu beweisen. Ob er diese Chance ergreifen kann, wird sich am Sonntag gegen den HSV zeigen. Ein gutes Spiel könnte der Beginn einer neuen Ära sein – ein Sprungbrett zurück in die Stammelf und eine Bestätigung des Vertrauens, das ihm entgegengebracht wird.
