Kara entscheidet derby: rapid feiert jubel – und eine hommage an „den tank“!
Hütteldorf tobte, als Ercan Kara in der Nachspielzeit das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg gegen Salzburg markierte. Doch der Jubel war mehr als nur der Triumph über den Erzrivalen – er war eine seltene Ehrung, die dem „Tank“ Uridil zuteil wurde, und Kara wurde zum strahlenden Protagonisten eines Abends voller Emotionen.
Die westkurve spricht klartext: „erçi-erçi“ hallt durch das stadion
Während die meisten Spieler bereits im Kabinengang verschwanden, explodierte die „West“ in frenetischen Sprechchören. „Erçi-Erçi“ – ein Name, der in Rapid-Kreisen für unbändige Freude und unbedingten Einsatz steht. Kara, noch tief in der gegnerischen Hälfte stehend, reagierte blitzschnell, griff sich ein Handy von einem Mitarbeiter und ließ sich für Selfies feiern. Der Moment, als er die Faust ballte und den jubelnden Fans seine Dankbarkeit entgegenbrachte, wird ihm und den Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben.
„Das war einer meiner schönsten Momente, die ich wahrscheinlich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde“, gestand der jubelnde Torschütze sichtlich gerührt. Er übertraf sogar den Triumph vor einem Jahr, als er Rapid mit seinem Last-Minute-Tor gegen den LASK in den Europacup schoss. Der Fan-Zuspruch, der ihm am Sonntag zuteil wurde, war ein Beweis für seine tiefe Verbundenheit mit dem Verein und dem Team.
Trainer Johannes Hoff Thorup zeigte sich beeindruckt von der emotionalen Reaktion seines Jokers. „Er war enttäuscht, als ich ihm sagte, dass er heute nicht starten wird. Aber am Ende hat er gesagt, dass er dann eben reinkommen und das entscheidende Tor schießen wird.“ Diese Einstellung, diese Bereitschaft, sich für das Team einzusetzen, macht Kara zu einem unersetzlichen Spieler für Rapid.
Der 9er bei Rapid bedeutet Verantwortung – das weiß Ercan Kara nur zu gut. Seine 35 Tore in 100 Bundesliga-Spielen sind ein eindrucksvoller Beweis für seine Torjägerqualitäten. Dabei ist seine Karriere alles andere als geradlinig verlaufen. Nach einer Zeit bei den Austria Amateuren in der Regionalliga Ost und einer Zweitliga-Station beim SV Horn gab ihm Zoran Barisic vor sechs Jahren seine erste Chance in der Bundesliga. Und obwohl er bei seinem Debüt bereits traf, schieden sich die Fan-Geister am siebenmaligen ÖFB-Teamstürmer, der nicht immer durch Eleganz überzeugte.
Doch Kara ließ sich von Kritik nicht entmutigen. „Ich glaube schon, dass ich mit der Kugel auch was kann“, entgegnet er lächelnd. Und er blickt optimistisch in die Zukunft: „Auf die nächsten 100 Bundesliga-Spiele bei Rapid!“ Wer weiß, vielleicht ehren ihn zukünftige Rapid-Fans mit einer Choreographie, die an die Hommage an Pepi Uridil erinnert. Schließlich passt auch ihm der Spitzname „Der Tank“ hervorragend.

Die meistergruppe bleibt spannend
Der Sieg gegen Salzburg katapultiert Rapid Wien zurück in den Titelkampf der Meistergruppe. Das Rennen um die Meisterschaft ist enger denn je, und jeder Punkt zählt. Der LASK gewann ebenfalls deutlich in Hartberg, was den Druck auf die Konkurrenz erhöht. Die kommende Spieltage werden entscheidend sein, um zu sehen, wer am Ende die Krone holt.
