Kaiserslautern-boss schlägt var-aus vor – und fordert zwei schiris auf dem rasen

Neun Fehlentscheidungen gegen den 1. FC Kaiserslautern, 20. Spieltag noch nicht erreicht – für Thomas Hengen reicht’s. Der Geschäftsführer fordert den sofortigen VAR-Abbruch und einen radikalen Plan B: zwei Unparteiische direkt auf dem Feld, jeder pfeift seine Hälfte.

Die lage: schiris verunsichert, vereine wütend

Die Zahlen sind laut Hengen schwarz auf weiß. Nach der 1:2-Pleite gegen Paderborn zählte er neun Videoszenen, die seinem Team schadeten – mal fehlte ein klarer Elfmeter, mal pfiff der Fernsehkeller einen Freistoß, der gar keiner war. Torsten Lieberknecht flog in der Pause raus, weil er Exner die Meinung sagte. „Wir sprechen nach Abpfiff nur noch über Bilder und nicht mehr über Taktik“, sagt Hengen. „Der VAR sollte den Fußball gerechter machen. Stattdessen fühlt er sich wie ein Zufallsgenerator an.“

Die Schiedsrichter laufen seiner Beobachtung nach mit offenbar gestörtem Selbstvertrauen über den Rasen. „Sobald das Headset knackt, erstarren sie. Die eigene Entscheidung? Vaporisiert. Die Folge: Willkür statt klare Linie.“

Sein konzept: zwei referees statt keller-monitor

Sein konzept: zwei referees statt keller-monitor

Hengens Rezept klingt so einfach wie provokant. Ersetze den Video-Referee durch einen zweiten Feld-Schiedsrichter. „Jeder Referee übernimmt klar seine eigene Spielfeldhälfte, beide bleiben auf Ballhöhe, beide haben Blickkontakt zu den Assistenten.“ Der bisherige Vierte Offizielle rücke auf den Rasen, die Torlinientechnik und die virtuelle Abseitslinie bleiben. „Für Hand- und Foulspiel braucht es kein Slow-Mo-Bild, sondern einen echten Menschen mit Eiern, direkt am Geschehen.“

Zusätzlich will er Coaches zwei Challenges pro Partie geben – verlierst du, verlierst du auch den Anspruch auf Nachschau. „So bleibt der Spielrhythmus intakt, und die Trainer können sich nicht ständig beschweren.“

Die stimmung: schiri-kultur droht zu kollabieren

Die stimmung: schiri-kultur droht zu kollabieren

Hinter den Kulissen berichten Liga-Insider von einem wachsenden Graben zwischen Kapitänen und Referees. Marlon Ritter sah in Münster Gelb, weil er höflich nachfragte. „Früher ging ein Scherz, heute wird jeder Satz als Attacke gewertet“, sagt Hengen. „Die Kommunikation ist zusammengebrochen – und mit ihr das Vertrauen.“

Für den 51-Jährigen steht fest: „Wenn wir so weitermachen, landen wir beim vollautomatischen KI-Schiri. Dann können wir auch gleich FIFA-Videospiele schieben. Aber echte Emotionen passieren nur auf dem Platz, nicht im Kontrollraum.“

Der DFB will die VAR-Regeln nach der Saison evaluieren. Hengen lacht schrill: „Evaluieren ist nett gesagt. Spätestens wenn die ersten Play-off-Plätze durch ein Pixel-Rauschen entschieden werden, wird niemand mehr über Tore sprechen – nur noch über Pixel. Dann haben wir den Sport wirklich kaputtgemacht.“