K. o. in québec: dvv-damen zerplatzen gegen japan und stolpern in vnl
0:3 in Québec – diese Pleite schmerzt. Nach dem euphorischen Auftaktsieg gegen Kanada prallen die deutschen Volleyballerinnen mit Wucht auf asiatische Präzision. 20:25, 15:25, 24:26 – die Zahlen zeigen eine Mannschaft, die plötzlich wieder vom Boden der Tatsachen zurück in die Realität katapultiert wurde.
Bregoli sucht den grund – und findet ihn in der annahme
Giulio Bregoli stand mit verschränkten Armen hinter der Torauslinie. Der Bundestrainer schwieg lange, bis er eine nüchterne Diagnose stellte: „Wir haben Japan den Rhythmus diktiert statt ihn zu brechen.“ Tatsächlich: 38 Annahmefehler, 11 Blocks der Gegner, kaum Druck aus der Pipe. Die japanische Libero Ran Takahashi schien jeden Ball zu erreichen, während sich hinter ihr die Blockreihe wie ein geschlossener Vorhang bewegte.
Lange sah es so aus, als könne Camilla Weitzel mit ihren elf Punkten die Scharte auswetzen. Doch ein einzelner Außenangriff reicht nicht, wenn die Mitte schweigt und die Gegner wissen, wo der nächste Ball landet. Leana Grozer, erst 18, wurde plötzlich mit doppelter Deckung belegt – und brauchte 15 Angriffsversuche für vier Punkte. Die Nachwuchshoffnung lernte eine harte Lektion: Star sein reicht nicht, wenn der Rest passt.

Die bilanz nach drei spielen lügt nicht
3:1 gegen Kanada – das war Auftakt-Power. 2:3 gegen die Ukraine – eine unnötige Punkteteilung. Jetzt 0:3 gegen Japan – ein Rückschlag mit Signalwirkung. Drei Spiele, drei unterschiedliche Gesichter. Die Nations League ist kein Sprint, sondern ein Marathon quer durch drei Kontinente. Und die deutschen Farben müssen jetzt rennen, um nicht ins Mittelfeld zu versinken.
Um 20:30 Uhr Ortszeit wartet die US-Auswahl – Olympiasieger, Weltmeister und derzeit mit sieben Punkten aus zwei Spielen auf Kurs Viertelfinale. Ein Sieg wäre mehr als ein Trostpflaster; er wäre ein Schulterschluss mit dem letztjährigen Viertelfinal-Traum, der in Brasilien endete. Die Erinnerung daran schmerzt, doch sie weckt auch Hunger.
Bis zum Final Eight in Bangkok warten noch zwölf weitere Spiele. Die EM im Spätsommer – Aserbaidschan, Tschechien, Schweden, Türkei – rückt in den Fokus. Doch wer in Québec stolpert, riskiert auch dort den Sturz. Die nächste Stunde wird zeigen, ob dieses Team lernfähig ist – oder ob der Traum vom großen Ziel schon früh zerplatzt.
