Juventus: sechs jahre des irrsinns – der abstieg geht weiter!

Torino bebt! Die Bianconeri, einst unangefochtener Serienmeister, taumeln weiter dem Abgrund entgegen. Nach einem Jahrzehnt der Dominanz scheint die Ära Agnelli endgültig zu einem Albtraum verkommen, und die Frage ist nicht, ob, sondern wann Juventus Calcio endgültig den Anschluss an die europäischen Spitze verliert.

Ein karussell aus trainern und funktionären

Seit dem letzten Scudetto im Jahr 2020 hat sich Juventus in ein wahres Schaukelpferd verwandelt. Eine Parade von Trainern – Andrea Pirlo, Massimiliano Allegri (in seiner zweiten Amtszeit), Thiago Motta, Igor Tudor und Luciano Spalletti – versuchte sich an der Rettung, scheiterte aber kläglich. Hinzu kommt der regelrechte Fließbandcharakter im Vorstandsbereich. Paratici, Arrivabene, Cherubini, Nedved, Manna, Calvo, Scanavino, Giuntoli – die Liste der Verantwortlichen, die in den letzten Jahren ihren Hut abgaben, ist schier endlos. Ein permanenter Wechsel, der jedoch nicht zu einer Verbesserung der Ergebnisse geführt hat. Im Gegenteil: Es verstärkt den Eindruck eines chaotischen und ziellosen Kurses.

Die Bilanz ist desaströs: Nur drei Titel (zwei Coppa Italias und ein Supercoppa) in sechs Jahren. Ein mageres Ergebnis für einen Verein mit den Ansprüchen und der Tradition der Juventus.

Der vlahovic-fluch und die fehlentscheidungen im transfermarkt

Der vlahovic-fluch und die fehlentscheidungen im transfermarkt

Ein besonders bitteres Beispiel für die Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre ist der Fall von Dusan Vlahovic. Der Stürmer, für 70 Millionen Euro plus Boni verpflichtet, steht vor dem Aus und könnte Juventus Ablösefrei verlassen. Ein weiteres Beispiel für die Fehlplanung im Offensivbereich. Die jüngsten Transfers, darunter Openda für 44 Millionen Euro, wurden bereits auf dem Platz als Fehlgriffe entlarvt.

Die Eigentümer, allen voran John Elkann, haben in den letzten Jahren über 800 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Doch der Erfolg blieb aus. Die Aussicht auf die Nichtqualifikation für die Champions League würde einen weiteren herben Schlag für die Finanzen des Vereins bedeuten – ein Verlust von mindestens 70 bis 80 Millionen Euro. Ein wirtschaftliches Desaster, das Juventus in eine noch tiefere Krise stürzen würde.

Die zukunft ist ungewiss

Die zukunft ist ungewiss

Die Eigentümer stehen vor der schweren Entscheidung: Belastet man Damien Comolli, den von Elkann persönlich geholten Sportdirektor, für die Fehlentscheidungen der Vergangenheit? Oder gewährt man ihm eine zweite Chance, um den Abstieg zu stoppen? Eine Sache scheint jedoch sicher: Giorgio Chiellini wird in Zukunft eine noch größere Rolle bei den Entscheidungen des Vereins spielen. Die Fans fordern eine Neuausrichtung, einen klaren Plan und vor allem eine Rückkehr zu den Werten, die Juventus einst so erfolgreich machten.

Die Saison ist noch nicht vorbei, aber die Zeichen stehen schlecht. Juventus muss sich jetzt dringend fangen, um den drohenden Absturz in die Bedeutungslosigkeit abzuwenden. Das Vermächtnis von Agnelli und die Ehre des Vereins stehen auf dem Spiel.