Juventus: nationaleinsätze zahlen an die substanz – champions-league-ambitionen gefährdet?

Turin bebt – und das nicht nur wegen der sportlichen Brisanz. Die Rückkehr der Nationalspieler zur Juventus ist alles andere als ein Freudentag. Ein Blick auf die Zahlen offenbart eine erschreckende Realität: Die Bianconeri haben in der jüngsten Länderspielpause die höchste Belastung ihrer Profis in der Serie A hinnehmen müssen. Die Frage, ob die Mannschaft von Allegri die Strapazen hinter sich lassen und im Kampf um die Champions-League-Qualifikation bestehen kann, steht nun im Raum.

Ein marathon, kein sprint: die zahlen lügen nicht

Ein marathon, kein sprint: die zahlen lügen nicht

Während die Roma mit 1.028 Minuten und Como mit lediglich 428 Minuten deutlich weniger Sorgen in dieser Hinsicht haben, lastet auf der Juventus-Mannschaft eine unglaubliche Summe von 1.630 Minuten an Einsatzzeiten. 15 Spieler wurden von ihren Nationalmannschaften nominiert und haben in den letzten Wochen reihenweise über die volle Distanz gespielt. Das ist eine Last, die schwer auf den Beinen und in den Köpfen wiegt.

Besonders bitter: Manuel Locatelli kehrte nicht nur körperlich erschöpft zurück. Der Mittelfeldspieler, der nach den gescheiterten WM-Qualifikationsspielen gegen Nordirland und Bosnien emotional am Boden war, gestand auf Instagram: „Ich bin zerstört, leer, mit Tränen in den Augen.“ Seine Worte spiegeln die Enttäuschung und Erschöpfung wider, die viele seiner Teamkollegen plagen. Auch Gleison Bremer, der nach seinen starken Leistungen für Frankreich zurückkehrt, und Federico Gatti, der ebenfalls intensive Einsätze hatte, werden ihre Spuren deutlich machen.

Ein Lichtblick am Horizont: Kenan Yildiz kann hingegen stolz auf seine Leistungen zurückblicken. Der junge Stürmer war mit 184 Minuten der am häufigsten eingesetzte Juventus-Spieler in dieser Länderspielpause und feierte mit der türkischen Nationalmannschaft einen historischen Sieg – die erste Qualifikation für eine Europameisterschaft seit 24 Jahren.

Die anderen Juventus-Profis präsentierten ein gemischtes Bild. Während Jonathan David wichtige Treffer für Kanada erzielte und Bremer sowie Kalulu ihre Ansprüche auf einen Platz im WM-Kader untermauerten, blieben andere wie Lois Openda und Zhegrova hinter den Erwartungen zurück. Doch all diese individuellen Geschichten addieren sich zu einem kollektiven Problem: Die Juventus-Mannschaft ist müde, ausgelaugt und steht vor einer enormen Herausforderung.

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Allegri es schafft, seine erschöpften Spieler wieder auf Kurs zu bringen und die Champions-League-Plätze zu verteidigen. Die Zeichen stehen jedoch nicht gut. Die Konkurrenz schläft nicht, und die Juventus muss sich gegen eine erschöpfte Mannschaft behaupten. Ob sich die Strapazen der Länderspielpause als Nächstes als entscheidender Faktor im Kampf um die europäischen Ränge herauskristallisieren wird, bleibt abzuwarten.