Juventus nach galatasaray: warum die reaktion anders ausfiel als nach inter
Wut und enttäuschung nach dem galatasaray-spiel
"Die Rote Karte von Kelly? Da gibt es nicht viel zu kommentieren", so knapp fasste Giorgio Chiellini nach dem Spiel gegen Galatasaray zusammen. Trotzdem spiegelten sich in diesen wenigen Worten die große Enttäuschung und Frustration über eine Schiedsrichterentscheidung wider, die Juventus benachteiligte. Die Bianconeri mussten ab Beginn der zweiten Halbzeit in Unterzahl spielen. Eine Situation, die dem Team in den letzten Wochen bereits widerfahren war, sowohl in Istanbul (Rote Karte für Cabal) als auch im italienischen Derby gegen Inter (Kalulu).

Unterschiedliche reaktionen, gleiche gefühlslage
Obwohl die Gefühlslage ähnlich war, unterschied sich die Reaktion der Vereinsführung deutlich. Während nach dem Spiel gegen Inter ein heftiger Protest mit dem CEO Damien Comolli stattfand, herrschte nach der Ausscheidung im Champions League Playoff ein eher zurückhaltendes Verhalten. Comolli selbst kämpfte in den letzten Stunden mit seinen Emotionen: "Ich habe mich von der Champions League noch nicht erholt, das wird Jahre dauern. Unsere Fans waren außergewöhnlich und ich möchte ihnen dafür danken. Die Spieler waren fantastisch. Es ist das erste Mal, dass ich in einem Stadion erlebt habe, wie applaudiert wird, als wir ein Gegentor kassieren. Das ist es, was uns am Fußball gefällt: Emotionen, Frustration, das Signal, dass die Mannschaft am Leben ist und kämpfen will."

Kommunikation als schlüsselmoment
Chiellini verzichtete darauf, den portugiesischen Schiedsrichter Pinheiro oder die UEFA-Schiedsrichterspitze direkt anzugreifen. Dies geschah vor allem, um die starke Leistung und die fast gelungene Aufholjagd von Locatelli und seinen Kollegen nicht in den Hintergrund zu drängen. Die Botschaft war klar: Wir wurden vom Schiedsrichter benachteiligt, aber die Mannschaft hat so viel Zusammenhalt und Stärke bewiesen, dass sie die Bühne und den Applaus verdient.

Die gefahr der ausreden
Auch wenn die Wut im Allianz Stadium groß war, entschied sich der ehemalige Verteidiger, den Stolz auf die Reaktion der Spieler hervorzuheben. Dies diente auch dazu, schnell wieder in die Spur zu finden, insbesondere im Hinblick auf das schwierige Auswärtsspiel in Rom, ohne weitere mentale Energie in unnötige Kontroversen zu investieren. Eine offene Kritik kann zwar Wirkung zeigen, aber ständiges Jammern kann auch nach hinten losgehen, insbesondere intern.
Mehr als nur schiedsrichterentscheidungen
Wie Marchisio sagte, sind Schiedsrichterfehler ärgerlich, dürfen aber keine Ausrede sein. Die Mannschaft darf nicht den Eindruck erwecken, dass sie ausschließlich aufgrund von Fehlentscheidungen verliert, sondern auch aufgrund eigener Fehler – sei es mangelnde Chancenverwertung oder defensive Unachtsamkeit. Das ist keine Mentalität, die Chiellini kennt und die er in Turin wieder aufbauen möchte.
Die rolle der kalulu-verwarnung
Die doppelte Verwarnung von Kalulu, die durch die Schwalbe des Inter-Spielers Alessandro Bastoni verursacht wurde (der selbst bereits gelbverwarnt war), hatte ebenfalls ein Gewicht. Juventus hätte fast die Hälfte des Derbys in Überzahl spielen können, stattdessen befand sich das Team in der gegenteiligen Situation und musste zudem auf Kalulu im nächsten Spiel gegen Como verzichten.
Ausblick und motivation
Die Dynamik und das Verhalten der Spieler spielen ebenfalls eine Rolle. Ziel ist es, aus den Fehlern zu lernen und gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorzugehen. Die kommende Zeit wird zeigen, ob die Mannschaft die richtige Antwort auf diese Herausforderungen finden wird. Die Unterstützung der Fans wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.
