Juventus im minus: halbjahresbilanz mit 2,5 millionen euro verlust
Juventus kämpft mit finanziellen herausforderungen
Juventus Turin hat eine Halbjahresbilanz mit einem Minus von 2,5 Millionen Euro vorgelegt. Im Vorjahr lag der Gewinn noch bei 16,9 Millionen Euro. Die finanziellen Schwierigkeiten des Vereins sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter hohe Ausgaben im Transfermarkt und die Entlassung von Trainer Tudor. Trotz Kostensenkungen im Gehaltsbereich sieht sich die Vereinsführung gezwungen, einen weiteren Verlust für das Geschäftsjahr bis zum 30. Juni zu erwarten.

Entlassung von tudor belastet die bilanz
Die vorzeitige Entlassung von Trainer Igor Tudor im Oktober hat die finanzielle Situation zusätzlich verschärft. Es wurden 8 Millionen Euro für die Ablösung des Trainers bereitgestellt und höhere Gehaltszahlungen für seinen Nachfolger, Massimiliano Allegri, mussten in Kauf genommen werden. Die Vereinsführung hatte ursprünglich für das Geschäftsjahr 2025/26 eine leichte Verbesserung gegenüber dem Defizit von 58,1 Millionen Euro im Vorjahr erwartet, revidiert diese Erwartung jedoch nun.

Transferaktivitäten und tv-einnahmen im rückgang
Ein wesentlicher Faktor für die Verschlechterung der Bilanz ist der Rückgang der Transfererlöse. Im ersten Halbjahr konnten lediglich 42,1 Millionen Euro durch Spielerverkäufe erzielt werden, im Vergleich zu 67,4 Millionen Euro im Vorjahr. Auch die TV-Einnahmen sind aufgrund einer geringeren Anzahl an Heimspielen gesunken. Trotzdem gibt es positive Entwicklungen, wie steigende Einnahmen aus Abonnements (+10,5%) und Sponsoring (15 Millionen Euro mehr).
Stadion und sponsoren als positive faktoren
Das Allianz Stadium verzeichnete ein Wachstum bei den Abonnement-Einnahmen, was auf Verbesserungen in der Infrastruktur zurückzuführen ist. Die Rückkehr von Sponsorenlogos auf den Trikots trug ebenfalls zu höheren Einnahmen bei. Allerdings werden die Einnahmen aus der Champions League voraussichtlich um etwa 4 Millionen Euro sinken, und die Teilnahme am Klub-Weltpokal wird um 27 Millionen Euro weniger einbringen. Dennoch betont der Verein, dass die strukturellen Umsätze die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells stärken.
Kostensenkungen zeigen wirkung
Die in den letzten Jahren umgesetzten Rationalisierungsmaßnahmen haben zu einer weiteren Reduzierung der Personalkosten geführt. Die Gehälter der Spieler und Mitarbeiter sanken im ersten Halbjahr von 109,9 auf 99,2 Millionen Euro. Dieser Trend setzt sich fort, da die Personalkosten zwischen 2021/22 und 2024/25 um insgesamt 29% (ca. 90 Millionen Euro) gesenkt wurden. Diese Entwicklung stimmt Juventus optimistisch für zukünftige Kontrollen.
Einhaltung der uefa- und figc-regeln
Juventus hält sich an die Vorgaben des italienischen Fußballverbands (FIGC) bezüglich der „erweiterten Arbeitskosten“ und das „Squad Cost Ratio“ der UEFA. Der Verein erwartet, die Obergrenze von 70% bei der Überprüfung am 31. März einzuhalten, was für die Zulassung zum Sommer-Transfermarkt entscheidend ist. Die UEFA hat bereits ein Verfahren wegen möglicher Überschreitung des zulässigen Verlusts (60 Millionen Euro) im Zeitraum 2022-25 eingeleitet. Das Ergebnis wird am Ende der Saison erwartet und könnte zu einer geringfügigen Geldstrafe und sportlichen Einschränkungen führen.
Finanzielle situation und vertragsverlängerungen
Nach der Ausgabe einer Anleihe über 150 Millionen Euro ist die Verschuldung zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Krediten gleichmäßig verteilt, wobei eine Reduzierung der Zinslast erwartet wird. Die Nettofinanzverschuldung zum 31. Dezember 2025 beträgt 298,8 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber den 280,2 Millionen Euro im Juni. Die Verlängerung des Vertrags mit Yildiz unterstreicht das Engagement von Juventus für eine wettbewerbsfähige und leistungsstarke Mannschaft.
