Juve unter druck: plusvalenz-poker vor dem transferfenster!

Turín steht vor einer Zerreißprobe. Juventus muss bis morgen eine Transferplusvalenz von rund 12-13 Millionen Euro verbuchen, um die UEFA-Finanzregeln einzuhalten. Neuzugang Fabio Miretti könnte dabei der Schlüssel sein – doch was passiert, wenn der Coup scheitert?

Die bilanz-hürde: warum die zeit drängt

Der 30. Juni ist für italienische Klubs immer ein kritischer Moment. Es schließt sich das Quartal, die Bilanzen müssen eingereicht werden – und mit ihnen die Einhaltung des Financial Fairplay. Juventus steht unter besonderer Beobachtung, nachdem die letzten Halbjahresberichte rote Zahlen zeigten und das Ziel des Break-Even-Points auf 2027/28 verschoben werden musste. Ein zusätzlicher Verlust in dieser Saison würde die Situation weiter verschärfen.

Die Verantwortlichen in Turin haben mit der UEFA einen „Settlement Agreement“ ausgehandelt, der kurz offiziell wird. Dieser sieht vor, dass vergangene Defizite „sterilisiert“ werden, dafür ist aber eine bedingte Strafe in Höhe von weniger als 10 Millionen Euro fällig. Zudem wird die Liste für die UEFA-Wettbewerbe eingeschränkt, deren Kosten um mindestens einen Euro unter dem Wert der letzten Liste liegen müssen.

Die Football Earning Rule stellt eine weitere Herausforderung dar: Juventus muss im Zeitraum von 2026 bis 2029 die Verluste auf maximal 60 Millionen Euro begrenzen. Die aktuelle Situation erfordert schnelles Handeln.

Miretti im fokus: der schlüssel zur plusvalenz

Miretti im fokus: der schlüssel zur plusvalenz

Alle Zeichen deuten auf Fabio Miretti, ein Talent aus der eigenen Jugend, hin. Sein Restbuchwert ist verschwindend gering – lediglich etwa 320.000 Euro zum 30. Juni 2026. Ein Verkauf könnte die dringend benötigte Plusvalenz generieren und die Bilanz entspannen.

Es ist aber kein existenzielles Problem, wenn der Transfer nicht zustande kommt. Es wäre lediglich ein verpasstes Signal für eine gesunde finanzielle Entwicklung, und die Juve müsste dann in den folgenden Transferfenstern noch stärker auf Spielerverkäufe setzen, um eventuelle Einnahmeausfälle durch das Verpassen der Champions League zu kompensieren.

Rom im vergleich: ein anderes spiel

Rom im vergleich: ein anderes spiel

Im Gegensatz zu Juventus hat AS Rom bereits 2022 einen „Settlement Agreement“ mit der UEFA unterzeichnet. Die Giallorossi müssen eine maximale Verlustrate von 60 Millionen Euro im letzten Dreijahreszeitraum einhalten. Nach zwei negativen Bilanzen in den letzten Jahren drohen bei Nichterfüllung der UEFA-Vereinbarung weitere Sanktionen. Rom muss bis morgen eine Plusvalenz von 50/60 Millionen Euro erzielen, um die drohenden Strafen abzumildern.

Die Lage in Turin ist also angespannt, aber nicht hoffnungslos. Die Verhandlungen mit der UEFA laufen, und ein kreativer Transfer könnte die Lösung sein – oder zumindest eine vorübergehende Atempause in einer turbulente Zeit.