Juve rettet sich vor dem k.o.: 3:1-rückstand gegen roma gekippt
Die Alte Dame war schon halb im Leichenschauhaus, da schlug sie zurück. Nach 0:3 gegen Roma und 71 Minuten ohne Antwort kippte die Partie binnen 180 Sekunden – Boga und Gatti schossen die Juve vom Abgrund weg.

Gasperinis inter kriegt kein lob, fiorentina-debütant badet im pfeifkonzert
Die Kurve im Allianz-Stadium schwankte zwischen Raserei und Resignation. Als Dybala den Ball zum 3:1 versenkte, schlugen Roma-Fans bereits die Hymne an. Sie hatten die Juve für geschlagen, den Champions-League-GAU gegen Galatasaray für endgültig. Dann kam Jeremy Boga. 72. Minute, 25 Meter, halblinks – Feuerwerk. Sekunden später fiel Gatti nach Ecke ein, die Roma war noch am Kopfschütteln. 3:3, die Tabelle lügt nicht mehr: Juve springt auf Rang drei, Roma bleibt außen vor.
Was niemand schreibt: Simone Inzaghi darf weiter warten. Seine Inter dominiert, gewinnt, wird trotzdem als „funktionale“ Mannschaft abgetan, während die Juve nach einem einzigen Comeback schon wieder als „Mentalitätsmonster“ gefeiert wird. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Inter kassierte in 26 Spielen 18 Gegentore, Juve bereits 28 – trotzdem hört man nur Hymnen auf die „Bianconeri-Seele“.
In Florenz lief indes ein Horrorfilm auf. Neuzugang Dodo, 22, erst 48 Stunden in der Stadt, durfte von Minute eins ran. Er schaltete sich dreimal zu spät ein, kassierte Gelb, wurde ausgepfiffen, als hätte er das Lastschriftverfahren persönlich erfunden. Am Ende stand ein 1:4, Vincenzo Italiano schickte ihn trotzdem unter die Dusche mit dem Satz: „Morgen um sieben Video, dann bist du ein anderer Mensch.“
Die Botschaft des Wochenendes: Die Serie A ist kein Schönheitswettbewerb, sondern ein Dauersprint auf glühenden Kohlen. Wer zuerst glaubt, sich schonen zu können, verliert die Stiefel. Und Juve? Die lebt eben doch von den Momenten, in denen alle schon abgeschrieben haben. Das nächste Mal wird niemand vor der 90. Minute wegsehen.
