Juve reist mit 23 kämpfern nach udine – milik zurück nach 18 monaten leere

Als hätte Luciano Spalletti seine Mannschaft im Koffer verstaut, fliegt die Juventus mit nur 23 Akteuren nach Friaul – und einem Comeback, das länger dauerte als manche Winterpause. Arkadiusz Milik steht erstmals seit Dezember 2022 wieder im Kader, ein Namensschild, das sich 18 Monate lang nur im Gedächtnis der Fans drehte.

Die ausfallliste ist kurz, die botschaft lang

Die ausfallliste ist kurz, die botschaft lang

Vlahovic und Holm bleiben in Turin, der Rest der Gala-Truppe sitzt im Flieger. Das sagt mehr über die Breite des Kaders als über Verletzungspech. Im Bluenergy Stadium von Udine, wo die Ultras schon mittags ihre Choreo testen, will Spalletti mit drei Torhütern, acht Verteidigern und einer Sturmreihe abfeuern, die zwischen Genesung und Gnade schwankt.

Die Zahlen sind hart: Milik war in dieser Saison nur zweimal Bankgast – gegen Roma und Pisa – und sammelte exakt null Spielminuten. Dennoch lautet sein Arbeitsamt jetzt „Sturmreserve Udine“. Dahinter steckt kein Mitleid, sondern Kalender-Poker: Die Serie A-Zeit ist ein Kreuzverhör aus Belastungssteuerung und Tabellennotwendigkeit, und Spalletti will frisches Blut, auch wenn es aus der Reha kommt.

Die 23 Nominierten im Überblick: Perin, Di Gregorio, Pinsoglio – das Trio im Tor. Bremer, Gatti, Kelly, Kalulu, Cambiaso, Cabal bilden die defensive Wand. Locatelli, Koopmeiners, Kostic, Miretti, Thuram, McKennie sollen das Mittelfeld elektrisieren. Vorne: Conceicao, Yildiz, Zhegrova, Boga, Adzic, Openda, David und eben Milik. Kein Superstar, aber ein Komplett-Set, das Spalletti erlaubt, in jedem Moment umzuschalten.

Anpfiff ist um 20:45 Uhr, die Temperatur fällt auf neun Grad, und die Friauler haben seit fünf Heimspielen nicht verloren. Für Juve ist das kein Rekordbesuch, sondern ein Stress-Test im Titelrennen. Gewinnt die Alte Dame, rückt sie auf drei Punkte an Spitzenreiter Inter heran. Verliert sie, wird aus der Meistertraum eine Schneekugel, die jemand vergessen hat zuzudrehen.

Die Fans diskutieren nicht mehr, ob Milik jemals wieder trifft – sie wollen wissen, ob er überhaupt tritt. Die Antwort liefert schon die Einlaufmusik von Udine. Spalletti wird an der Seitenlinie stehen, die Hände in den Taschen, und wissen: Manchmal gewinnt man ein Spiel mit 23 Körpern – und mit einer Geschichte, die endlich wieder Fußball spielt.