Julián álvarez erwacht: mit 17 toren zum derbi – und einem offenen rechnungskonto

Am Sonntag fliegt der Derbi über Madrid, und im Kielwasser des Atlético zieht plötzlich wieder ein Schattenmann seine Fäden: Julián Álvarez. Nach Wochen, in denen seine Bewegungen wie unter Strom stehen standen, hat der Weltmeister die Schalter umgelegt – vier Tore, drei Assists in den letzten 270 Minuten gegen Barça und Tottenham sprechen eine klare Sprache.

Simeone schwärmt, asenjo prophezeit

Simeone schwärmt, asenjo prophezeit

„Er kommt im besten Moment der Saison“, sagt Sergio Asenjo im Radiomikro von Radio Marca. Gemeint ist nicht nur die Torausbeute, sondern die Art: ein strammer Rechtsschuss gegen Tottenham, ein strammer Linksschuss gegen Barça, dazu die entscheidende Balleroberung vor dem 3:1. Die Statistik lügt selten: 17 Tore stehen für Álvarez, 16 für Alexander Sørloth – und das, obwohl der Argentinier in der Liga sieben Mal weniger spielte als der Norweger.

Die Zahren liefern ein Foto seiner Saison: acht Liga-Tore, acht Champions-League-Tore – ein Verhältnis, das Manager Andrea Berta intern schon als „Playoff-Modus“ tituliert. In K.o.-Spielen schaltet Álvarez einen Gang höher, was ihn in der Kabine längst zum Mr. Europa macht. Die Erinnerung an das Achtelfinal-Tor im Bernabéu ist ebenso lebendig wie die an den umstrittenen Doppelkontakt, der damals das Aus schürfte. Doch das Kapitel ist für ihn abgehakt.

Die Woche vor dem Derbi war sein kleines Meisterstück: Drei Tagenach seinem Hattrick gegen den Rayo schraubte er Real mit einem Elfmeter und einem Freistoßknaller in die Glaskiste, Simeone jubelte sichtlich erleichtert. „Das ist kein gerader Highway, sondern eine Serpentinenstraße“, philosophierte der Coach gestern. „Aber Julián kennt jede Kurve. Und wenn er in Fahrt kommt, spüren das alle.“

Am Sonntag um 21:00 Uhr wird der Metropolitano wieder zum Hexenkessel – und Álvarez trägt die Nummer 19, die in Madrid längst mit Torgefahr gleichgesetzt wird. Die Rechnung mit dem Weißen Haus ist offen, die Schwarzrote Araña bereit, erneut zu stechen. Ein Tor, ein Assist – oder beides. Dann wäre nicht nur Simeone zufrieden, sondern auch die Tabelle. Denn bei Atlético weiß man: Wenn Julián trifft, fliegt der Pokal meist mit.