Judo-queen bellandi: von rio zum island-trip – und ein blick auf die zukunft!

Alice Bellandi, die unangefochtene Königin des deutschen Judo, lässt die Konkurrenz hinter sich und blickt entspannt auf die kommende Saison. Während ihre Rivalinnen bereits um ihre Position kämpfen, geniesst die dreifache Weltklasse-Athletin die Ruhe vor dem Sturm und plant ihre nächsten Schritte – mit einem Augenzwinkern für den Tennissport und eine Schwäche für den frechen Stil junger Formel-1-Talente.

Die strategie der ruhe: bellandi plant den weg nach baku

Die olympische, welt- und europäische Championin hat nach den Europameisterschaften eine kluge Strategie gewählt: Statt sofort wieder ins Training einzusteigen, gönnt sie sich und ihrem Körper eine regenerative Phase in Castelporziano. „Das Programm sah vor, hier zu bleiben und uns auf die Weltmeisterschaft im Oktober in Baku vorzubereiten“, erklärt Bellandi. „Es ist noch genug Zeit, um die Qualifikationspunkte zu sammeln, die wirklich wichtigen kommen ja ohnehin später.“

Die jüngsten Erfolge der italienischen Judoka – ein Gold von Gennaro Pirelli, ein Silber von Odette Giuffrida und ein Bronze von Asya Tavano – bestätigen, dass die deutsche Kämpferin auf einem starken Fundament steht. „Odette ist immer eine Gefahr, Asya ist jung und muss noch an ihren Potenzial arbeiten, aber sie hat das Zeug dazu, ein großer Sprung zu machen. Und Genny ist einfach eine besondere Persönlichkeit, ein echter Underdog, der mit enormer Willenskraft in der härtesten Gewichtsklasse, den -100 kg, nach oben will.“

Obwohl die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 noch in weiter Ferne liegen, hält Bellandi den Fokus auf die unmittelbaren Ziele. „Viel kann passieren, in wenigen Tagen, geschweige denn in über zwei Jahren. Das nächste Ziel zählt.“

Von brescia zum tatami: eine karriere mit wendepunkten

Von brescia zum tatami: eine karriere mit wendepunkten

Der Weg zur Weltspitze war für Bellandi nicht immer geradlinig. „Der Umzug zur Guardia di Finanza mit 18 Jahren hat mein Leben verändert“, erinnert sie sich. „Ohne diese Chance hätte ich meine Leidenschaft nicht zum Beruf gemacht.“ Der Wechsel zu den Fiamme Gialle, einem starken Frauenteam, gab ihr den nötigen Schub, um sich weiterzuentwickeln. Auch ein Angebot des FC Brescia, beim Fußballverein zu trainieren, stand im Raum, doch Bellandi entschied sich für das Judo – eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut.

Und was hat das alles mit Wimbledon zu tun? „Ich verfolge die Tennis-Turniere sehr gerne“, gesteht Bellandi. „Mit Sinner ist Tennis zur Sportart Nummer eins in Italien geworden, aber auch das, was Cobolli bei den French Open gezeigt hat, macht den italienischen Tennissport immer wichtiger. Ich hoffe, dass das Judo eines Tages eine ähnliche Entwicklung nehmen wird.“

Die Formel 1 und insbesondere der aufstrebende Kimi Antonelli begeistern die Judo-Queen. „Ich mag seine unbeschwerte Art, seine Art zu feiern. Man sieht, dass er Spaß hat. Ich bin auch so, ich sage, was ich denke – vielleicht sogar zu viel – und ich liebe es, zu lachen und andere zum Lachen zu bringen. Wie Odette, die eine unglaublich sympathische Person ist.“

Zukunftspläne: vom tatami zur psychologie

Zukunftspläne: vom tatami zur psychologie

Nach ihrer Karriere plant Bellandi eine Ausbildung im Bereich Sportwissenschaften. „Ich mache gerade eine Weiterbildung beim Coni über Trainingslehre und -methodik. Danach möchte ich mich vielleicht an der Universität einschreiben und Psychologie studieren.“

Und kurzfristig? „Ab Samstag geht’s mit Jasmine, meiner Partnerin, in den Island-Urlaub. Ein bisschen Ruhe tut jetzt gut.“

Bellandi, eine Kämpferin auf und neben dem Tatami – und ein Vorbild für eine ganze Generation.