Jordaniens fußballheld tamari: kann er die riesen schlagen?

Doha fiebert dem WM-Gastgeberlook entgegen, doch für Jordanien ist die Weltmeisterschaft 2022 eine Premiere. Im Schatten von Argentiniens Superstar Messi und den europäischen Schwergewichten Österreich und Algerien steht ein Mann, der Hoffnungsträger ist: Mousa Tamari. Kann er sein Team weitertragen?

Der shootingstar der ligue 1 trotzt der übermacht

Der shootingstar der ligue 1 trotzt der übermacht

Die Gruppenauslosung war für Jordanien alles andere als ein Geschenk. Gruppe J verspricht ein Duell auf Augenhöhe – zumindest in Bezug auf den Marktwert. Während Argentina mit einem Kaderwert von über 780 Millionen Euro und Österreich mit rund 242 Millionen Euro in völlig anderen Sphären agiert, darf Jordaniens gesamter Kader stolz auf 20,3 Millionen Euro sein. Ein Unterschied, der die Aufgabe der Jordaner noch gewichtiger erscheinen lässt. Doch gerade hier könnte der Wert von Mousa Tamari zum entscheidenden Faktor werden.

Der 29-jährige Angreifer, aktuell beim Stade Rennes in der Ligue 1 unter Vertrag, ist mit einem Marktwert von 10 Millionen Euro der mit Abstand wertvollste Spieler Jordaniens – fast die Hälfte des gesamten Kaders! Seine Leistungen in Frankreich sind beeindruckend: 36 Einsätze in der abgelaufenen Saison, sieben Tore und elf Assists. Er qualifizierte sich mit Rennes sogar für die Europa League, ein Zeichen für seine Konstanz und sein Talent. Seine internationale Erfahrung ist beachtlich: Stationen in Zypern, Belgien und Frankreich haben ihn zu dem geformt, was er heute ist.

Tamaris Entwicklung: Von der Heimat zu europäischen Bühnen

Bevor er in Europa sein Glück suchte, sammelte Tamari bereits Erfahrungen im asiatischen Raum. 2018 gewann er mit Al-Jazeera den jordanischen Pokal, ein Jahr später den Meistertitel in Zypern. Diese Erfolge zeugen von seiner Siegesmentalität und seinem Ehrgeiz. Diese Saison krönte er mit drei Toren und einer Vorlage in den letzten sieben Spielen für Rennes, was die Europa League-Qualifikation sicherstellte.

Neben Tamari sticht noch Yazan Al-Arab, der zentrale Verteidiger von Seoul mit einem Marktwert von einem Million Euro, hervor. Doch im Vergleich zu den Gegnern in Gruppe J sind sie zahlenmäßig unterlegen. Die Herausforderung für Jordanien ist klar: Sie müssen mit Leidenschaft, taktischer Disziplin und dem unbedingten Willen zum Siegspielen kompensieren, was ihnen an finanzieller Stärke fehlt.

Die Konkurrenz ist gewaltig. Während Argentinien auf die individuelle Klasse von Julian Alvarez (allein sein Marktwert übersteigt den Wert des gesamten jordanischen Kaders) und Österreich auf eine ausgeglichene Mannschaft setzen, muss Jordaniens Team als Einheit auftreten. Ein Blick auf andere Nationen mit ähnlichem Marktwert wie Jordanien zeigt, dass es möglich ist, eine respektable Leistung abzurufen. Irak und Curazao verfügen zwar auch nicht über einen einzelnen Superstar, aber ihre Kader sind insgesamt ausgeglichener.

Die WM in Katar wird für Jordanien eine Lehrstunde sein, aber auch eine Chance, sich zu präsentieren und den Wert ihrer Spieler zu steigern. Mousa Tamari wird dabei eine Schlüsselrolle spielen. Seine Leistungen auf dem Platz können nicht nur Jordaniens Chancen auf den Aufstieg verbessern, sondern auch den Blick der europäischen Top-Klubs auf die jordanische Liga lenken.

Die Welt wird sehen, ob der Einzelne die kollektive Schwäche überwinden kann. Denn in der Welt des Fußballs zählt nicht immer der höchste Marktwert, sondern die unbändige Leidenschaft und der unbedingte Glaube an die eigene Stärke. Und genau das könnte Jordaniens Trumpf gegen die vermeintlichen Fußball-Giganten sein.