Joksimovic und kusturica liefern ein teenager-duell, das die euroleague verändern wird

38 Punkte, 10 Rebounds, sieben Dreier – und das alles mit 16 Jahren. Stefan Joksimovic hat beim NextGen-Turnier in Bologna nicht nur Baskonia Vitoria auf die Siegerstraße geschossen, sondern auch ein Statement gesetzt, das bis nach Athen vibriert. Am Sonntag trifft der Slowene auf Barcelonas Nikola Kusturica – und plötzlich redet ganz Europa über ein Finale, das längst mehr ist als nur ein Juniorenspiel.

Warum das finale barcelona gegen baskonia schon jetz geschichte schreibt

Es ist das Duell der beiden ungeschlagenen Teams, aber vor allem das Duell der beiden unbeugsamen Talente. Kusturica, 17 Jahre alt, demolierte Trento mit 21 Punkten in 20 Minuten – und das, obwohl seine Dreier nicht einmal fallen wollten (3/9). Barça gewann 92:50, die größte Halbzeitklatsche des Turniers. Auf der anderen Seite katapultierte Joksimovic den Baskonia-Zug mit zwei step-back-Bomben in den letzten 70 Sekunden gegen das Next Gen Team Bologna. Die Fans im PalaDozza brüllten „M-V-P“, und die Scouts auf den Rängen notierten sich heimlich seinen Pass.

Italiens Hoffnungsträger durften ebenfalls jubeln – allerdings nur kurz. Virtus Bologna schlug Panathinaikos 79:66 und verhinderte die weiße Weste der Griechen. Simone Ventura (21 Zähler) und Thomas Acunzo (Doppel-Double) waren die Antriebsfedern. Doch gegen Baskonia hatte Virtus zuvor verspielt, was Joksimovic mit einem 8:0-Lauf in 90 Sekunden wieder herausholte. Die Niederlage 65:69 brennt noch nach, weil sie zeigt: Auf diesem Niveau reicht ein Blackout für ein ganzes Turnier.

Trento wiederum muss ohne Niang auskommen – der Senegalese wurde für die Serie-A-Pflicht nach oben gezogen. Das 50:92 gegen Barcelona war eine Demonstration der Machtverhältnisse, aber auch ein Beweis für die Tiefe des Kaders: Giulio Vergnaghi trug 20 der 50 Punkte allein und verhinderte Schlimmeres. Am Sonntag um 13:30 Uhr geht es gegen das Next Gen Team Bologna um Platz drei. Für die „Aquila“ ist das kleine Finale trotzdem ein Erfolg – schließlich war das Ziel vorher nur das Überleben in der Gruppe.

Die zahlen, die niemand mehr ignorieren kann

Die zahlen, die niemand mehr ignorieren kann

Joksimovic’ Effektivitätswert von 44 liegt acht Punkte über dem des zweitbesten Spielers des Tages. Kusturica wiederum dominiert die Rebounds trotz nur 20 Minuten Einsatzzeit. Beide liegen bei über 30 Prozent usage rate – ein Wert, den man sonst nur von NCAA-Stars kennt. Und dann ist da noch Juom Maker Bol: 16 Punkte, 15 Rebounds, 34 Minuten Dauerbrennen. Der Center ist erst 15, misst aber schon 2,08 Meter. Barcelona hat nicht nur ein Juwel, sondern eine ganze Krone im Anflug.

Die Final-Four der NextGen werden in Athen ausgetragen – parallel zu den Profis. Das ist kein Zufall. Die EuroLeague versteht, dass die Zukunft sich nicht mehr in dunklen Turnhallen versteckt, sondern auf dem Central Court. Wer am Sonntag um 16 Uhr gewinnt, darf dort auftreten – und vielleicht schon bald mit den großen Brüdern trainieren. Für Joksimovic und Kusturica ist das kein Traum, sondern die logische Konsequenz aus Tagen wie diesem.

Die Uhr tickt. Die Scouts sitzen bereits in Reihe eins. Und irgendwo in Ljubljana oder Belgrad schalten gerade Jugendtrainer ihre Laptops an, um zu verstehen, wie man zwei Teenager stoppt, die das Spiel bereits auf dem Niveau von Erwachsenen denken. Die Antwort wird kompliziert. Die Antwort heißt: warten, bis sie selbst erwachsen sind – und dann wird es zu spät sein.