Jeanmonnot rächt sich in oslo und schlägt preuß mit sechs minuten vorsprung

Lou Jeanmonnot hat in Oslo den Gesamtweltcup geholt – und das mit dem gleichen Schwung, mit dem sie vor zwölf Monaten von Franziska Preuß gestolpert wurde. Sechster Platz im Sprint, 19 Sekunden Rückstand auf Siegerin Hanna Öberg – und trotzdem lacht am Ende nur die Französin.

Die rechnung ging auf: 48 punkte vorsprung, zwei rennen noch

Die 28-Jährige bügelte die vergangene Saison aus, in der sie die große Kugel in der letzten Runde an Preuß verlor. Diesmal ließ sie nichts anbrennen: 18 Treffer im liegenden Anschlag, keine Strafrunde, keine Zitterpartie. „Ich habe nur noch an meine Atmung gedacht, nicht an die Konkurrenz“, sagte sie nach dem Rennen – und meinte damit wohl auch die deutschen Läuferinnen, die in der Loipe kein Bein auf den Boden bekamen.

Den Ton gab Hanna Öberg an. Die Schwedin jagte nach 7,5 km in 20:44 Minuten durchs Ziel, ohne Gegnerin. Dahinter ein Leerlauf: Justine Braisaz-Bouchet (+18,9) und Linn Persson (+24,1) komplettierten das Podest. Die deutschen Farben? Sophia Schneider als beste DSV-Athletin auf Platz 13, 1:12 Minuten hinten. Selbst ein Bergwetter hätte da nicht mehr helfen können.

Preuß verpasst, schneider verzweifelt

Preuß verpasst, schneider verzweifelt

Franziska Preuß, die vor Jahresfrist noch die Kugel küsste, fuhr diesmal als 18. über die Linie – 1:40 Minuten nach Öberg. Die 30-Jährige schien die Beine schon in Ruhpolding gelassen zu haben. „Wir haben heute gesehen, wo die Reise hingeht“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner knapp. Gemeint: Richtung Heimflug, nicht Richtung Podest.

Die Statistik nagt an den DSV-Frauen: Kein Weltcupsieg in dieser Saison, kein Gesamtsieg seit Laura Dahlmeier 2017. Stattdessen schicken sie Jeanmonnot auf die Siegespressekonferenz – und sich selbst in die Sommerpause.

Für die Französin ist es der erste große Titel nach Jahren als ewige Verfolgerin. Mit 852 Punkten ist die Entscheidung zwei Rennen vor Schluss nur noch theoretisch zu nehmen. Die Jagd ist vorbei, die Revanche perfekt – und die große Kugel wandert erstmals nach Grenoble.