Jahn-remis nach wimmer-rauswurf: trotz traumtor nur 1:1 in saarbrücken
Die Woche begann mit einem Knall – und endete mit einem Stöhnen. Nach dem abrupten Ende der Ära Michael Wimmer reichte Jahn Regensburg auch unter Interimscoach Munier Raychouni nur zu einem 1:1 beim 1. FC Saarbrücken. Der Aufschlag Noel Eichingers war ein Kunstschuss, der Ausgleich von Florian Pick ein Schock. 36 Punkte, Platz 13 – das reicht gerade, um die Abstiegszone zu riechen.
Eichinger zaubert, pick kontert – und niemand jubelt wirklich
18. Minute, Ludwigspark. Adrian Fein schlägt einen Ball in den Lauf, der so präzise ist, dass man glaubt, das GPS hätte mitgeholfen. Noel Eichinger nimmt ihn mit der Innenseite mit, lässt Torwart Phillip Menzel alt aussehen und netzt zum 1:0 ein. Die 500 mitgereisten Jahn-Fans ahnen: Dieses Tor müsste der Startschuss für eine Reaktion sein – auf die 0:2-Pleite gegen Osnabrück, auf die Trennung von Wimmer, auf die ganze Unsicherheit.
Doch Saarbrücken kommt zurück. Felix Gebhardt verliert den Ball an der Strafraumgrenze, Florian Pick schiebt ein. 65. Minute, 1:1. Die Luft ist raus. Die restlichen 25 Minuten gleichen einem Schachspiel im Nebel: viele Fouls, noch mehr Unterbrechungen, kein Plan. Letzte Szene: Benedikt Bauer liegt am Boden, der Schiri pfeift ab. Beide Teams tauschen Handshake-Grüße, aber kein Lächeln.

Tabellenrealität: jahn steht auf tauchstation
Die Zahlen sind hart: 33 Gegentore, nur 27 Tore erzielt, drei Siege aus den letzten elf Partien. Raychouni sprach nach Abpfiff von „Kampf und Leidenschaft“, doch das reicht nicht, wenn das Spiel nach vorne erstarrt. Der neue Coach behielt dieselbe Startformation wie Wimmer – ein Signal der Kontinuität, das sich als Falle entpuppte. Ohne Kühlwetter fehlt die Anspielstation, ohne Schönfelder die Ballsicherheit im Mittelfeld.
Saarbrücken bleibt auf Relegationsplatz drei, Jahn springt auf Rang 13 – vorbei an Verl, aber nur zwei Punkte über Rostock. Die nächsten Gegner: Ingolstadt (Auswärts) und Dresden (Heim). Läuft da nichts, kann der Blick schon Ende März wieder auf den roten Strich fallen. Die Fans warten auf einen Plan, der über „hart arbeiten“ hinausgeht. Die Woche wird zeigen, ob der Vorstand diesen Plan liefert – oder ob der nächste Knall folgt.
