Itzulia-bombe: del toro fliegt raus – uae verliert zweiten stern innerhalb von 24 stunden
Isaac del Toro ist weg. Der Mexikaner, den die Experten im Baskenland zum Podiumskandidaten Nummer eins gezählt hatten, küsste Asphalt, stieg ins Teamwagen und war Geschichte. Drei Stunden später bestätigte UAE Team Emirates die ersten Befürchtungen: rechte Hüfte geprüft, Bein geschwollen, Rennen vorbei.

Die sekunden, die alles zerlegten
Es passierte auf dem welligen Teilstück vor Oñate, genau da, wo die Straße schmal wird und die Nerven blank liegen. Mehrere Fahrer rissen sich mit, doch nur Del Toro blieb liegen. Kein Knochenbruch, aber das Pedal klebte am Schuh – ein Mechaniker musste die Klickvorrichtung lösen, damit der 21-Jährige überhaupt auftreten konnte. Die Bilder gingen durchs Netz: Del Toro humpelnd, das Trikot zerrissen, Blick leer. Im Auto von Sportdirektor Josean Fernández Matxín saß er Sekunden später. Die Itzulia verliert damit innerhalb von zwei Tagen ihre beiden Hauptdarsteller: Am Dienstag Mikel Landa, heute Del Toro. Für die UAE-Mannschaft bleibt nur noch Adam Yates als verblassende Joker-Figur.
Verletzungspech hin oder her – die Planung des Teams gerät ins Wanken. Ohne Giro startete Del Toro mit voller Kanone in die baskische Woche, sollte dort die Grundlage für den Critérium du Dauphiné (7.–14. Juni) legen. Nun steht die Frage im Raum, ob die Prellung die Vorbereitung gefährdet. UAE kündigte an, erst nach CT- und MRT-Befunden ein Update zu liefern. Die Ärzte verlassen das Krankenhaus Galdakao erst gegen Mitternacht.
Für die Rennleitung ist es der zweite Rückschlag innerhalb von 24 Stunden. Nach Landa-Unfall hatte man zusätzliche Warntafeln aufgestellt, das Sicherheitsprotokoll verschärft. Half nichts. „Wir analysieren, ob die Streckenführung zu eng ist“, sagte Koordinator Jesús Guerrero. Klingt nach Standardfloskel, ist aber das erste offizielle Zugeständnis, dass die Routenplanung unter Druck steht.
Del Toro selbst schweigt bisher auf Sozialen Medien. Seine letzte Story zeigt ihn noch vor dem Start, lächelnd, Daumen hoch. Die Kommentarspalte füllt sich mit mexikanischen Flaggen und „Ánimo“-Rufen. Die Itzulia aber zieht ohne ihren Shootingstar weiter – und die Gesamtwertung verliert damit den letzten echten Reiz. Wer soll Pogacar jetzt noch ärgern?
