Itzulia verliert ihren nächsten superstar: isaac del toro kracht raus
Isaac del Toro liegt am Straßenrand, sein rechtes Bein eingeklemmt, das Hüftgelenk schmerzt so sehr, dass selbst der Mechaniker die Klickpedale lösen muss. Drei Stunden später steigt der Mexikaner ins Teamauto von Josean Fernández Matxín und schaltet die Itzulia ab – UAEs Hoffnung auf ein Heimspiel-Podium ist mit einem Knall beendet.
Die dritte etappe frisst ihren zweiten favoriten
Die Szene spielt sich 42 Kilometer vor Bilbao ab. Eine enge Kehre, nasse Fahrbahn, ein Fahrer touchiert das Vorderrad des Vordermanns – Kettenreaktion. Del Toro geht mit voller Wucht aufs Hüftbecken, steht auf, schwingt sich wieder aufs Rad, aber nach 4,2 Kilometer gibt er sich geschlagen. Keine Blutung, keine offene Fraktur, doch die Schmerzen lassen keinen effizienten Tritt mehr zu. UAEs Medical Team verlässt sich nicht auf Feldtests: „Wir fahren ihn sofort in die Klinik, MRT und CT klären, ob das Kapselband mitbetroffen ist“, sagt Teammanager Matxín kurz vor der Abfahrt.
Der Ausfall trifft UAE doppelt. Ohne Del Toro fehlt die explosive Kraft, die in der letzten Woche noch die Volta a Catalunya entschied. Ayuso und Almeida bleiben zwar im Kartenstapel, doch die strategische Flexibilität schrumpft auf ein einzelnes Zeitfahren.

Landa und del toro – das itzulia-trauma binnen 24 stunden
Erst Mikel Landa, am Dienstag von seinem eigenen Sanitätswagen erfasst, nun del Toro. Die Runde durch die Baskenland-Provinz mutiert zum Ausdauer-Casino. Zweimal innerhalb von zwei Tagen verabschieden sich Kapitäne vorzeitig, zweimal liegt der Unfallherd nicht im Streckenprofil, sondern im Getümmel. Die Organisatoren rechnen intern mit mindestens zwei weiteren Ausfällen, soll das Wetter am Freitag erneut umschlagen.
Del Toros nächstes Ziel war eigentlich das Critérium du Dauphiné (7.–14. Juni). Dort wollte er vor der Tour de France seine Sprint-Frequenz auf 115 Tpm trimmen. „Die Dauphiné-Ticket bleibt gültig, aber nur, wenn das Hüft-CT frei gibt“, erklärt sein Trainer José María González. Ein muskulärer Bänderriss würde die Vorbereitung um mindestens fünf Wochen verschieben – und damit die Tour-Kaderplan durcheinanderbringen.
Die Itzulia dagegen läuft weiter, ohne ihre beiden Gesichter. Wer jetzt noch zuhause vor dem Stream sitzt, sieht ein Rennen, das sich selbst entkernlt. Die Frage ist nicht mehr, wer gewinnt, sondern wer als Nächstes aufgibt.
