Italiens frauen zittern sich zum 1:1 und verspielen kurs auf wm-ticket
Ein Kopfball, ein Pfosten, ein Konter – und schon steht die italienische Frauen-Nationalmannschaft mit dem Rücken zur Wand. Das 1:1 gegen Dänemark in Vicenza war keine Gala, sondern ein Schlag ins Kontor im Kampf um die direkte Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien.
Piemonte trifft, holdt antwortet – und die tabelle lügt nicht
Trainer Andrea Soncin stellte um auf Dreierkette, schmiss sechs neue Gesichter in die Startelf – und sah zunächst den Plan aufgehen. Nach einer Ecke stieg Martina Piemonte höher als die dänische Innenverteidigung und köpfte die Azzurre in Führung. Es war das erste Tor Italiens nach vier torlosen Partien, ein Befreiungsschlag mit Geruch von Frische.
Doch die zweite Hälfte schlug Wellen. Harder hätte drehen können, scheiterte aber am Pfosten (Strafstoß, 49.). Der Wind drehte sich. Olivia Holdt, frisch eingewechselt aus der Tottenham-Reserve, nutzte ein strittiges Zuspiel, stand frei und nagelte das Leder zum 1:1 unter die Latte. Die italienische Abwehr schaute zur Seite, statt zu klären – ein Kollektiv-Blackout mit Nachhall.
Giuliani im Tor verhinderte später mit einer Reflex-Parade gegen Floe noch schlimmere Blamage. Doch der Spielfluss blieb gebrochen, die letzten Minuten ein einziges Kopf-Rechnen: Ein Punkt aus zwei Heimspielen – das ist zu wenig, um vom ersten Platz zu träumen.

Die rechnung ist gnadenlos: jetzt zählt nur noch sieg
Die Tabelle spricht dänisch-schwedisch: Sverige und Dänemark führen mit je vier Punkten, Italien und Serbien hocken bei einem Zähler. Der 0:0-Coup der Serben gegen Schweden rettet den Azzurre zwar die Hoffnung, verharmlost aber nichts. April wird zum Monat der Wahrheit: Auswärts in Belgrad, danach direkt im dänischen Aarhus. Wer da nicht gewinnt, kann sich auf die Playoffs einstellen – mit Risiko auf frühes Aus.
Soncin muss seine Ideen neu justieren. Dreierkette oder Viererkette? Piemonte als alleinige Spitze oder doch Doppelleitung mit Giacinti? Und wie verhindert man, dass Harder & Co. wieder mit Tempo die Räume zerreißen? Die Antworten sind offen, die Zeit drängt.
Für die Fans bleibt ein schaler Beigeschmack. Das Stadio Romeo Menti war zwar mit 5.200 Zuschauern gut gefüllt, doch die mitgereisten dänischen Anhänger feierten am Ende lauter. Die nächsten Monate entscheiden, ob Italiens Frauen 2027 in Brasilien dabei sind – oder nur zuschauen.
