Italiens eigentor-spektakel: para-eishockey-panne beschert deutschland kurios-treffer

Ein Rückpass, ein Keeper, der gerade den Platz verlässt – und ein Puck, der ungerührt ins leere Tor rollt. Die Paralympics 2026 lieferten Samstagnachmittag im Spiel um Platz fünf eine Szene, wie sie selbst Hollywood-Regisseure nicht besser inszenieren könnten. Italien schenkte Deutschland ein Eigentor, das in die Geschichtsbücher des Para-Eishockeys eingehen wird.

Stillitanos verlassenes tor wird zur falle

Schiedsrichter hatten gerade eine Strafe gegen Deutschland angezeigt. Wie üblich wollte Italien die Zeit bis zum nächsten Spielunterbruch nutzen, um einen sechsten Feldspieler aufs Eis zu bringen. Torwart Santino Stillitano steuerte bereits die Auswechselbank an, als Verteidiger Eusebio Antochi den Puck zurück aufs eigene Gehäuse spielte. Die Scheibe rollte gemächlich, trudelte über die blaue Linie und kippte ins verwaiste Tor – 1:0 für Deutschland, obwohl kein Deutscher in der Nähe war.

Zuschauer im Mailander Eisstadion rissen sich vor Lachen, die italienische Bank hielt die Köpfe. „Wir haben kurz gedacht, das sei ein Scherz“, sagte Bundestrainer Christian Jockel hinterher. „Dann haben wir realisiert: Der Treffer zählt, Punkt.“ Die deutsche Bank feierte trotzdem – schließlich war das der erste Vorteil nach drei Vorrunden-Niederlagen.

Kurioser treffer rettet deutsches gesicht, nicht das ergebnis

Kurioser treffer rettet deutsches gesicht, nicht das ergebnis

Die Führung hielt zwar nur bis zum Ende des ersten Drittels, doch das Slapstick-Tor blieb das Gesprächsthema. Für die deutsche Auswahl war es eine kleine Genugtuung nach einem enttäuschenden Turnier, das mit Platz sechs endete – hinter dem selbst gesteckten Ziel. „Wir wollten den fünften Rang, kassieren stattdessen das kurioseste Gegentor der Spiele“, sagte Italiens Coach Andrea Chiaravalli mit einem Schmunzeln.

Die Azzurri gewannen trotz der Panne verdient mit 5:2, weil sie im Schlussdrittel drei Treffer nachlegten. Für Deutschland bleibt ein bitterer Nachgeschmack: 20 Jahre nach dem letzten Para-Eishockey-Comeback verpassten sie erneut die Medaillenränge. Doch das Eigentor wird in den Clip-Zusammenschnitten der Spiele weiterleben – als Reminder dafür, dass selbst Profis mal wie Amateure aussehen können.

Die Paralympics enden für das deutsche Team mit nur zwei Goldmedaillen – Negativrekord bei Winterspielen. Das kuriose Slapstick-Tor gegen Italien ist da fast schon ein Trostpflaster: Mindestens für 65 Sekunden Unterhaltung sorgte Deutschland noch einmal für ein Lächeln auf den Rängen. Mehr war diesmal nicht drin.