Italienisches nationalteam: baldini übernimmt – nations league im fokus
Nach einer verkorksten WM-Qualifikation und dem Ausfall eines neuen Präsidenten für den italienischen Fußballverband (FIGC) steht Italien vor einer ungewöhnlichen Testphase. Silvio Baldini, der Trainer der U21-Nationalmannschaft, wird Interimscoach für zwei Freundschaftsspiele im Juni übernehmen. Eine Notlösung, die jedoch Hoffnung auf eine neue Richtung wecken könnte.

Ein blick zurück und die herausforderungen vor augen
Die jüngsten Misserfolge der Nationalmannschaft waren schmerzhaft. Drei WM-Turniere in Folge wurden verpasst, was zu einer tiefen Ernüchterung bei den Fans und Verantwortlichen führte. Der Druck ist enorm, und die kommenden Spiele gegen Luxemburg und Griechenland sind zwar keine WM-Qualifikationsspiele, doch sie bieten die Chance, neue Spieler zu testen und eine neue Dynamik zu entwickeln.
Die Freundschaftsspiele gegen Luxemburg (3. Juni in Luxemburg) und Griechenland (7. Juni in Kreta) werden unter der Leitung von Baldini ausgetragen. Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, einen U21-Trainer an die Spitze der Nationalmannschaft zu berufen, erfordert aber eine schnelle Anpassung und eine klare Strategie. Die Bilanz gegen Luxemburg spricht für sich: Von neun Spielen wurden acht gewonnen, ein Unentschieden (1:1, 2014) unterlag die Mannschaft. Gegen Griechenland sieht es mit elf Spielen und einem Verhältnis von 7-3-1 etwas ausgeglichener aus. Das letzte Duell im Oktober 2019 ging mit 2:0 an Italien, damals trafen Jorginho und Bernardeschi zum Sieg.
Doch das eigentliche Ziel liegt in der Zukunft: Die bevorstehende Nations League, mit Gegnern wie Frankreich, Belgien und der Türkei, wird der wahre Prüfstein für das neue Team sein. Nach der Wahl des neuen Präsidenten am 22. Juni wird ein neuer Bundestrainer (der Name Conte wird im Raum genannt) erwartet. Die ersten offiziellen Spiele im September werden zeigen, ob die Interimslösung Baldini den Übergang erfolgreich gestalten kann.
Die erste Saisonhälfte der Nations League verspricht spannende Duelle. Am 25. September empfängt Italien Belgien, gefolgt von einem Auswärtsspiel gegen die Türkei am 28. September. Ein Heimspiel gegen die Türkei am 5. Oktober schließt die erste Phase ab. Im November warten dann Frankreich (heiman) und Belgien (auswärts) auf die Azzurri.
Die FIGC scheint sich in einer Übergangsphase zu befinden. Die Freundschaftsspiele im Juni sind eine willkommene Gelegenheit, um neue Spieler zu integrieren und die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft zu legen. Ob Silvio Baldini der richtige Mann für den Übergang ist, wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Italien muss schnell wieder zu alter Stärke finden, um in der Nations League und zukünftigen internationalen Wettbewerben eine ernstzunehmende Rolle zu spielen.
