Italienischer fußball-schock: die nullnummer geht weiter!
Ein Beben erschüttert den italienischen Fußball – und es ist kein neues. Die 'Azzurri' haben verpasst, sich für die Weltmeisterschaft 2026 zu qualifizieren. Für eine Nation mit vier WM-Titeln ist dies der vierte verpasste Anlauf in Folge, eine Demütigung, die ihresgleichen sucht.
Der bittere abstieg: eine chronik des versagens
Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Seit dem Triumph im Jahr 2006 in Deutschland warten italienische Fans auf ein erneutes Großereignis. Die WM 2010 in Südafrika und die WM 2014 in Brasilien endeten in der Vorrunde, 2018 scheiterte man in der Relegation an Schweden, und 2022 an Nordmazedonien. Nun folgt der nächste Schock. Die jüngste Niederlage gegen Bosnien und Herzegowina in Zenica besiegelt das bittere Ende.
Die Enttäuschung ist riesig, die Fragen nach den Ursachen unzähliger. Die Dominanz der Serie A in Europa ist längst passé. Während andere Ligen ihre Teams erfolgreich in die europäischen Wettbewerbe schicken, kämpft Italien mit einer Identitätskrise. Die glorreichen Zeiten, in denen italienische Vereine regelmäßig die Champions League und den UEFA-Pokal gewannen, scheinen weit entfernt.

Ein system im würgegriff: jugendförderung und veraltete strukturen
Ein wesentlicher Faktor für das Versagen der 'Azzurri' ist das fehlende Vertrauen in die eigene Jugend. Von den 'Azzurrini', die 2023 Vize-Weltmeister der U20 wurden, haben lediglich drei Spieler überhaupt einen Einsatz in der Nationalmannschaft erhalten. Pio Esposito, Pisilli und Pafundi – Namen, die kaum jemand außerhalb des italienischen Fußballfachs kennt. Der Sprung von der Primavera (U19) in den Profifußball ist schlichtweg zu groß, viele talentierte Spieler gehen im System unter.
Die Serie A hat zudem seit 2010 keine europäischen Titel mehr gewonnen. Der finanzielle Höhenflug der 90er Jahre führte zu einer Schuldenlawine und schließlich zum 'Calciopoli'-Skandal, der den italienischen Fußball schwer beschädigte. Die WM 2006 war lediglich ein kurzfristiger Erfolg, der die tiefgreifenden Probleme nicht beseitigte.

Verantwortungsdiffusion und leere versprechen
Im Gegensatz zu anderen europäischen Fußballverbänden weigert sich die FIGC (Federazione Italiana Giuoco Calcio), Verantwortung zu übernehmen. Präsident Gabriele Gravina entgeht der Entlassung, obwohl er seit Jahren für die Fehlentscheidungen des Verbands verantwortlich ist. Auch Trainer Gennaro Gattuso, der nach der WM-Pleite 2022 angekündigt hatte, zurückzutreten, hält an seinem Posten fest – angeblich auf Drängen von Gravina. Ein trauriges Beispiel für mangelnde Integrität und Professionalität.
Die Äußerungen von FIGC-Präsident Gravina, wonach Fußball ein Profisport sei und alle anderen Sportarten nur Amateurbetriebe, haben in Italien für Entrüstung gesorgt. Ein Schlag ins Gesicht für die zahlreichen Sportarten, die in Italien ebenfalls eine große Bedeutung haben.

Die zukunft des italienischen fußballs: ein neubeginn?
Es liegt an Italien, sich zu ändern. Eine umfassende Reform des Fußballsystems ist unerlässlich, um die Jugendförderung zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der Serie A wiederherzustellen. Nur so kann die 'Azzurri' wieder zu einer europäischen Spitzenmannschaft werden. Die aktuelle Situation ist jedoch alarmierend und erfordert schnelles Handeln. Die italienische Fußball-Nation steht am Scheideweg: Entweder sie ergreift die Chance zu einem Neustart, oder sie verliert endgültig den Anschluss an die Weltspitze.
