Italienischer fußball: sehnsucht nach glorreichen tagen?

Der Rasen des Bernabéu, einst Schauplatz epischer Schlachten, wirkt in diesen Tagen wie ein Spiegelbild italienischen Fußballs: fern und unerreichbar. Während Orion uns den verborgenen Seiten des Mondes offenbart, fragen sich italienische Fans – und nicht nur sie – wo die vergangenen Triumphe geblieben sind. Luigi Garlando, unser Kollege vom „Corriere della Sera“, hat die Frage in den Raum gestellt: Sind wir weit entfernt vom Fußball, den wir einst beherrschten?

Die melancholie eines champions-league-kommentators

Die melancholie eines champions-league-kommentators

Garlandos Betrachtung beginnt mit einer ergreifenden Beobachtung: Die Bilder von Orion, die uns den verborgenen Mond zeigen, wirken fast so faszinierend wie die Spiele vergangener Zeiten. Er vergleicht die Reise der Astronauten mit der taktischen Disziplin einer Sacchi-Defensive und die immense Distanz von 406.000 Kilometern zur Erde mit dem Gefühl, den ersten Durchgang eines Spiels zwischen Napoli und Mailand zu erleben – ein schmerzlicher 0:0.

Doch die Analogie geht weiter. Die ersten Schritte auf dem Mond, 1969, waren ein Triumph der Menschheit – ein Moment, der an den historischen 4:1-Sieg des AC Mailandgegen Ajax Amsterdam im Finale der Champions League vom 28. Mai erinnert. Gianni Rivera, damals bereits eine Legende, spielte einen Pass zu Pierino Prati, der so präzise war, dass er an eine absichtliche Vorlage erinnern musste. Ein Pass, der Rivera den ersten Ballon d'Or für einen Italiener einbringen sollte.

Und dann, der Moment im Bernabéu. Ale Del Piero, der als Experte an der Übertragung des Spiels zwischen Real Madrid und BayernMünchen teilnahm, zeigte sich sichtlich betrübt. Sein Blick war der eines Pierrots, der mit traurigem Lächeln zum Mond singt: „Ich gehe mit einem traurigen Lächeln. Ich habe ein wunderbares Spiel gesehen, aber wie weit sind wir Italiener davon entfernt?“ Die Frage hallt nach und trifft den Nerv der Zeit. Wann werden wir wieder eine Champions League erobern? Wann wird ein Italiener wieder den Ballon d'Or gewinnen?

Die Distanz zum europäischen Fußball, so scheint es, ist größer als die Distanz zum Mond.

Die Orbiter-Mission Orion hat uns nicht nur einen neuen Blick auf unseren Trabanten gewährt, sondern auch einen Blick auf die eigene sportliche Entwicklung. Während die Astronauten in der Dunkelheit des Mondes absolute Isolation erlebten – 45 Minuten ohne jede Kommunikation – schien die italienische Fußballwelt im Bernabéu ebenfalls in einer Art Schwebezustand zu verharren. Es ist eine Zeit der Reflexion, eine Zeit, in der die glorreichen Tage von Maldini, Baggio und Totti schmerzlich vermisst werden. Die Frage ist nicht, ob wir jemals wieder dorthin zurückkehren werden, sondern wie.

Kane, der Stürmerstar, würdigte kürzlich Del Pieros Einfluss: „Ich bin mit Spielern wie ihm aufgewachsen.“ Ein Kompliment, das die Bedeutung der alten Generation für den modernen Fußball unterstreicht.