Italien feiert republik – sport endlich in der verfassung!

Rom bebt! Nicht nur, weil heute das 80-jährige Jubiläum der italienischen Republik gefeiert wird, sondern auch, weil der Sport endlich seinen festen Platz in der Verfassung gefunden hat. Ein steiniger Weg, der fast acht Jahrzehnte dauerte, hat sein Ende gefunden – und die Trainerbranche dürfte sich jetzt umdenken.

Ein historischer tag mit fußball-beigeschmack

Ein historischer tag mit fußball-beigeschmack

Zurück ins Jahr 1946: Italien entschied sich gegen die Monarchie und für die Demokratie. Eine historische Wahl, die gleichzeitig eine sportliche Begegnung sah. Eine Auswahl mailändischer Sportjournalisten forderte ihre Kollegen aus Lugano zu einem Freundschaftsspiel heraus. Gianni Brera, eine Legende der Gazzetta dello Sport, stand auf der Seite Mailands, während Giuseppe Albertini, eine bekannte Stimme des Schweizer Fernsehens, das Tor zum 3:2-Sieg für die Gastgeber erzielte. Ein kleines Detail, das aber zeigt, wie eng Sport und Geschichte schon immer miteinander verwoben waren.

Doch der Weg in die Verfassung war lang. In den ersten Nachkriegsjahren waren andere Themen dringender. Der Wiederaufbau des Landes hatte Priorität, und der Sport galt noch als Werkzeug des Regimes, als Propagandaplattform für fragwürdige Ideologien. Erst 77 Jahre später, im Jahr 2023, wurde der Artikel 33 der Verfassung ergänzt: „Die Republik erkennt den Wert der sportlichen Betätigung in all ihren Formen in Bezug auf Bildung, soziale Integration und die Förderung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens an.“

Das ist mehr als nur eine Anerkennung. Es ist ein Bekenntnis zur Rolle des Sports in der Gesellschaft. Johan Cruijff, der Fußballgott, hätte seine Zustimmung gegeben. Er verabscheute es, wenn Sport als „Sportliche Aktivität“ bezeichnet wurde. Für ihn war Sport reine Bildung – und das ist er ja auch. Bildung für Teamgeist, für Fairplay, für Inklusion, für das Leben selbst.

Die Verfassung stellt nun klar: Sport ist ein integraler Bestandteil der italienischen Demokratie. Und da der Artikel 33 auch die Kunst erwähnt, sollten sich die Trainer mal hinterfragen, ob ihr Training nicht auch eine gewisse Ästhetik und Kreativität zulassen sollte. Schließlich ist schlechtes Spiel jetzt offiziell…anticostituzionale!

Die Republik Italien feiert heute ein wichtiges Datum. Ein Datum, das zeigt, dass auch der Sport seinen Platz in der Geschichte und in der Gegenwart hat – und dass er eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer besseren Zukunft spielen kann. Die Verfassung ist nicht nur ein Gesetz, sondern ein Versprechen. Ein Versprechen für eine Republik, in der Sport, Kunst und Demokratie Hand in Hand gehen.