Iran will nicht nach l.a.: trump-sicherheitsdrohung zwingt team in mexikanische exil-pläne

Der Iran will seine WM-Gruppenspiele ausgerechnet ins 2.300 Kilometer entfernte Mexiko verpflanzen – weil Donald Trump die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft in den USA nicht garantiert. Die FIFA blockt, die Uhr tickt. Noch 17 Tage bis zum Eröffnungsspiel, und ein ganzer Verband sucht verzweifelt nach einem Not-Stadion.

Mexiko als Rettungsanker? Das klingt nach PR-Gag, ist aber offiziell. Verbandspräsident Mehdi Taj ließ über die Botschaft in Mexiko-Stapel wissen: „Wir werden definitiv nicht in die USA einreisen.“ Die Begründung: Trump hatte auf Truth Social geschrieben, er halte eine Teilnahme der Iraner „im Hinblick auf ihr eigenes Leben“ für unangemessen. Innerhalb von 24 Stunden schaltete sich die FIFA ein – mit einer schlichten Absage. „Eine Verlegung ist derzeit kein Thema“, hieß es am Dienstag auf SID-Anfrage. Der am 6. Dezember veröffentlichte Spielplan gelte.

Visa-stau und logistik-chaos: irans kader steht in den startlöchern, aber ohne einreisegenehmigung

Die Fronten sind verhärtet. Irans Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, beschwerte sich öffentlich über „mangelnde Kooperation“ der US-Behörden bei der Vergabe der Spieler-Visa und der Team-Logistik. Los Angeles und Seattle sind laut FIFA weiter die fest eingeplanten Austragungsorte der iranischen Vorrunde. Das Trainingsquartier liegt in Tucson, Arizona – mitten im US-Bundesstaat, der gerade erst ein Gesetz erließ, das iranischen Staatsangehörigen zusätzliche Sicherheitsprüfungen auferlegt.

Die AFC, der asiatische Kontinentalverband, will sich nicht in den Schlagabtausch einmischen. Generalsekretär Windsor John in Kuala Lumpur: „Nach unserem Kenntnisstand wird Iran spielen.“ Offizielle Rückzugsanträge liegen nicht vor. Doch die diplomatische Rhetorik täuscht über die sportliche Realität hinweg: Ohne gültige US-Visa kann die Mannschaft gar nicht antreten. Und die Zeit wird knapp.

Was passiert, wenn iran absagt? fifa-satzung schreibt ersatzmodus vor, aber keinen neuen spielort

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Falls der Iran passen müsste, rückt laut Regelwerk der nächstplatzierte Asiate nach. Das wäre momentan Jordanien, das in der Qualifikation knapp hinter Iran landete. Doch selbst ein Ersatzteam bräuchte Spielstätten – und die stehen weiter in Kalifornien und Washington. Ein Wechsel nach Mexiko würde nicht nur die Gruppe B komplett umkrempeln, sondern auch TV-Rechte, Ticketing und Sicherheitskonzepte. Die FIFA will das vermeiden. Also blockiert sie ab.

Die iranische Mannschaft selbst schweigt. Die Spieler trainieren derzeit in Doha, Katar, ohne jeden Kommentar zu dem Streit. Kapitän Alireza Jahanbakhsh postete lediglich ein Foto mit der Aufschrift „Ungebrochen“. Die Fans diskutieren unterdessen auf Twitter mit Hashtags wie #IranInMexico und #NoVisaNoGame. Die FIFA tickt auf Social-Media-Kanälen runter: 400.000 Tickets sind bereits für die drei Iran-Spiele verkauft, Tendenz steigend.

Fazit: Die FIFA spielt Zeit, der Iran spielt Poker. Wer zuerst nachgibt, steht offen. Fest steht nur: Am 12. Juni soll in Los Angeles Neuseeland gegen Iran stehen – mit oder ohne Iran. Entscheidend ist jetzt die Frage, ob ein Staatspräsident einen Satz auf einer Social-Media-Plattform für bare Münze nimmt – und ob der Weltverband bereit ist, seine eigenen Regeln über Bord zu werfen, um ein geopolitisches Desaster zu verhindern. Die Uhr tickt. Los Angeles wartet. Mexiko auch.