Inter vor dem großen schritt: sieg gegen cagliari würde die meisterschaft fast einpacken
San Siro brodelt. Am Freitagabend kann der Inter ein Tor zum Titel aufreißen – neun Punkte Vorsprung, sechs Spieltage, ein Heimspiel gegen Cagliari. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Chivu und gleichzeitig patzt Neapel, liegt der Vorsprung bei zwölf Zählern. Dann wäre die Serie A gelaufen.

Die rechnung ist denkbar einfach
20:45 Uhr, Giuseppe Meazza, DAZN live. Drei Punkte gegen Cagliari und ein Ausrutscher des Tabellenzweiten – mehr braucht Inter nicht, um die Meisterschaft praktisch zu versiegeln. Die Nerazzurri haben seit Wochen die Hand am Gas, doch jetzt wollen sie endlich durchdrücken. Bastoni und die Abwehr haben in den letzten fünf Partien nur ein Gegentor kassiert, die Offensive traf zwölfmal. Die Formkurve zeigt steil nach oben, während Neapel zuletzt bei Atalanta stolperte.
Cagliari hingen kämpft am anderen Ende der Tabelle. Nur sechs Punkte trennen die Sarden vom Relegationsplatz, Cremonese und Lecce atmen ihnen im Nacken. Trainer Pisacane schickt seine Elf mit dem Auftrag, dem Favoriten die Beine schwer zu machen. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagte er gestern auf der Pressekonferenz – ein Satz, der in dieser Saison schon so manchen Spitzenclub stolpern ließ.
Die Zahlen sprechen für Inter: 14 Heimsiege in Folge, 41 Tore vor eigenem Publikum. Cagliari holte auswärts gerade einmal elf Zähler. Doch die Statistik interessiert im Meisterkampf niemanden. „Wir müssen nur unser Spiel durchziehen, dann holen wir uns die drei Punkte“, erklärte Lautaro Martínez nach dem Abschlusstraining. Der Argentinier traf in den letzten drei Spielen viermal – ein Lauf, der den Titelstreben zusätzlichen Schwung verleiht.
Sollte der Plan aufgehen, blieben noch fünf Spieltage, in denen Inter den Pokal endgültig in die Höhe stemmen kann. Die Kurve bereitet schon jetzt Choreografien vor, die Meisterschale wird poliert. Doch Chivu warnte: „Erst der Schlusspfiff zählt.“ Seine Spieler wissen, dass ein Ausrutscher sie wieder zurück in den Stress katapultieren würde. Die neun Punkte sind komfortabel, aber keine Garantie.
Cagliari wird nicht schenken. Die Gäste wissen, dass ein Punktgewinn in Mailand nicht nur Luft im Abstiegskampf bedeutet, sondern auch Selbstvertrauen für die letzten fünf Partien. Der Druck sitzt auf beiden Seiten – nur die Richtung ist unterschiedlich. Während Inter die Meisterschilder schon drucken lässt, hofft Cagliari, die Saison noch einmal um 180 Grad zu drehen.
Am Freitagabend wird klar, ob die Nerazzurri den Titel schon mit einem Beugegriff packen oder ob Cagliari für die große Überraschung sorgt. Die Uhr tickt – für Inter in Richtung Jubel, für Cagliari in Richtung Rettung. Eines ist sicher: Nach dem Schlusspfiff wird die Tabelle ein anderes Gesicht zeigen.
