Inter stolpert gegen atalanta und lässt milan wieder dicht auflaufen

Inter Mailand hat die Meisterschaft erneut aus der Hand gegeben. Nach dem 1:1 gegen Atalanta steht die Serie-A-Spitze plötzlich wieder auf wackeligen Füßen – und der Stadtrivale schnüffelt schon.

Chivu fliegt, krstovic trifft – inters vorstellung wirkt angeschlagen

Chivu fliegt, krstovic trifft – inters vorstellung wirkt angeschlagen

26 Minuten lang lief es nach Plan: Pio Esposito nutzte einen von Bisseck vorgetragenen Ball, Hakini-Flanke, Kopfball, 1:0. Doch Atalanta ließ sich nicht abschütteln. Gasperinis Elf blieb in jedem Zweikampf ein Tick schneller, ein Tick dreister. Die Gäste spielten, als hätten sie den Champions-League-Frust vom 1:6 in München noch nicht verdaut – und verstanden das Remis als Prestigeprojekt.

Inter wirkte hingegen wie nach dem Derby-Dämpfer im Kopf noch nicht angekommen. Die Räume, die sonnenten sich sonst automatisch, blieben zugemauert. Der Spielfluss stockte, die Nervosität stieg. Als Krstovic in der 82. Minute den Ausgleich erzielte, platzte Trainer Christian Chivu der Kragen: Proteste wegen angeblichem Foulspiel im Vorlauf – Gelb-Rot, Tribüne. Ein Bild, das die Stimmung im Meisterrennen perfekt einfängt: Inter mit Selbstzweifeln, der Gegner mit Selbstvertrauen.

Die Folge: Der Vorsprung auf Platz zwei schrumpft auf acht Punkte, doch Milan kann am Sonntag bei Lazio auf fünf verkürzen. Die Rossoneri haben noch ein Nachholspiel in der Hinterhand, die Scudetto-Arithmetik wird eng. Und Atalanta? Die lacht sich ins Fäustchen: Auswärtsstarke, moralische Sieg, und am Mittwoch wartet München – vielleicht ja die große Revanche.

Die Meisterschaft ist längst nicht mehr Inters sicheres Terrain. Wer am Ende jubelt, entscheidet sich erst in den letzten fünf Spielen. Die Serie A liefert das nächste Kapitel – und es riecht nach Milan-Duell bis zum Schluss.