Inter rüstet die abwehr komplett um: solet und muharemovic sollen acerbi-ära beenden

Mailand schläft nicht. Während die Serie A in die heiße Phase läuft, arbeitet die Inter-Führung längst am Kader 2025/26 – und der Umbruch in der Abwehr wird richtig teuer. Drei Stammkräfte laufen aus, ein Franzose steht ganz oben auf der Liste, und ein Gentlemen’s Deal sorgt für Zündstoff.

So viel spielraum gibt der abgang der altstars

Francesco Acerbi, Stefan de Vrij und Matteo Darmian verlassen den Klub per 30. Juni. Gemeinsam spülten sie zuletzt 8,3 Millionen Euro Gehalt durch die Sozialabgaben – Geld, das sporting director Piero Ausilio jetzt neu verteilen kann. De Vrij könnte bleiben, aber nur bei halbiertem Salär. Keine Einigung, kein Vertrag. So einfach ist das bei Inter.

Die Folge: Mindestens zwei neue Innenverteidiger sollen kommen. Tarik Muharemovic ist so gut wie fix. Der 20-jährige Bosnier vom abstiegsbedrohten Sassuolo verlangt keine Spitzenlöhne, dafür aber eine klare Perspektive. Ausilio hat ihm beide gegeben – und sich mit Sassuolo auf eine Ablöse um die fünf Millionen geeinigt.

Oumar solet und das 25-millionen-versprechen

Oumar solet und das 25-millionen-versprechen

Teurer wird Oumar Solet. Der 24-jährige Franzose ist in Udine zum Star gereift, nachdem ihn Red Bull Salzburg vor zwei Jahren abgeschrieben hatte. Seine Dankbarkeit gilt dem Klub, aber auch der Kasse: Udinese will die Plus-Eins, sprich eine reine Gewinnspanse. Ein Handschlag verpflichtet Solet, die Friauler bei einer Offerte zwischen 20 und 25 Millionen ziehen zu lassen. Inter liefert sich dabei ein Wettpoker mit Barcelona, die Alessandro Bastoni weiter umkreisen.

Die Katalanen wissen: Bastoni kostet mindestens 70 Millionen, Solet nur ein Drittel. Für Inter ist das ein Vorteil, denn die Eigenkapitalklausel der UEFA darf nicht erneut knacken. Verkauft Inter Bastoni, fließt das Geld direkt in Solet plus einen weiteren Mann fürs Zentrum. Hält man den Italiener, wird Solet zum Luxus, aber kein Muss.

Warum der umbruch überfällig war

Warum der umbruch überfällig war

In den letzten 18 Monaten kassierte Inter 23 Gegentore nach Standards – mehr als jeder andere Top-6-Klub. Acerbis Spielintelligenz kompensierte nur, wer nicht mehr mit Tempo um die Ecke kam. De Vrij gewann nur noch 48 Prozent seiner Zweikämpfe im Sechzehner, Darmian lieferte sich auf der rechten Seite Dribblings-Duelle, die er zunehmend verlor. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Abwehr altert, der Gegner wird jünger.

Muharemovic und Solet sind beide 1,92 m groß, beide unter 23 Jahre und beide gewohnt, in einer Viererkette wie in einer Dreierkette zu agieren. Simone Inzaghi kann also weiterspielen, was ihn zur Meisterschaft brachte – nur mit mehr Geschwindigkeit und Sprungkraft in der Luft.

Der zeitplan ist eng

Der zeitplan ist eng

Bereits Anfang Juni will Inter die erste Neuverpflichtung präsentieren, bevor die Euro 2024 die Preise treibt. Udinese wiederum nutzt den engen Zeitrahmen und pocht auf das 25-Millionen-Versprechen. Wer zuerst blinkt, bestimmt den Sommer. Eins ist klar: Die nächste Meisterschaft wird nicht mit den alten Gesichtern verteidigt, sondern mit einer Abwehr, die endlich wieder vorwärts rennt, statt rückwärts zu straucheln.