Ingrid landmark tandrevold: tiefpunkt bei olympia – braucht die biathletin eine pause?

Olympia-desaster für ingrid landmark tandrevold

Ein Alptraum von einem Verfolgungsrennen hat Ingrid Landmark Tandrevold völlig aus der Bahn geworfen. Die norwegische Biathletin, einst eine feste Größe im Weltcup, sehnt sich nach einer Auszeit. Bei der olympischen Verfolgung am Sonntag belegte die 29-Jährige nur den 46. Platz und sammelte dabei unglaubliche neun Strafrunden an. Ein herber Rückschlag, nachdem sie im Sprint noch mit einem zehnten Platz ein positives Signal gesendet hatte.

Björndalen spricht von einem „desaster“

Björndalen spricht von einem „desaster“

Ole Einar Björndalen, Biathlon-Ikone und Experte des norwegischen Senders TV2, nannte die Leistung Tandrevolds ein „komplettes Desaster“. Die Athletin selbst zeigte sich ratlos, insbesondere über ihre drei Fehler beim ersten Liegendanschlag. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich war plötzlich sehr weit über der Zielmarke“, erklärte sie im Interview mit TV2.

Das problem: der stehendanschlag

Das problem: der stehendanschlag

Während Tandrevold im Liegendanschlag normalerweise zuverlässig ist, stellt der Stehendanschlag mit einer Trefferquote von lediglich 64 Prozent in dieser Saison ihr Hauptproblem dar. Auch hier lief es mit jeweils drei Fehlern in beiden Schießeinlagen alles andere als gut. Die Frustration ist spürbar.

„Ich muss das gewehr weglegen“

„Ich versuche alles, aber ich glaube, ich muss jetzt einfach das Gewehr weglegen. Ich habe mich so lange so sehr angestrengt. Jetzt brauche ich einfach eine Pause“, gestand Tandrevold geknickt. Die Belastung scheint zu groß zu werden, und die Athletin zweifelt an ihrer aktuellen Form.

Kein einsatz in der staffel

Die Pause scheint ihr nun gewährt zu werden. Laut Informationen von NRK wird die ehemalige Weltklasse-Athletin in der Staffel (Dienstag, ab 14:30 Uhr im LIVETICKER) lediglich als Ersatzfrau eingesetzt. Tandrevold hatte selbst Zweifel an ihrem Einsatz geäußert und sich mehr oder weniger selbst aus der Auswahl genommen. „Ich möchte immer für das Team kämpfen, aber ich glaube nicht, dass ich antreten werde. Ich möchte, dass das beste Team am Start ist, und ich weiß nicht, ob ich im Moment Teil dieses Teams bin. Wenn ich es nicht bin, werde ich Teil des weltbesten Support-Teams sein“, zeigte sie sich als Teamplayerin.

Trost von ehemann trygve bendixen markset

Trost findet die 29-Jährige bei ihrem Ehemann Trygve Bendixen Markset, der sie auf der Tribüne anfeuerte. Noch vor dem Fernseh-Interview in der Mixed Zone telefonierte sie mit ihm. „Er liebt mich einfach so, wie ich bin. Das ist natürlich ein Privileg”, sagte sie dankbar. Mit einem Schmunzeln fügte sie hinzu: „Vielleicht sehe ich ihn jetzt öfter, da ich nicht mehr so viele Rennen fahren werde.“

Olympia-teilnahme beendet

Da sich Tandrevold auch nicht für den Massenstart qualifizieren konnte, sind die Olympischen Winterspiele für sie vorzeitig beendet. Eine bittere Enttäuschung für die Athletin, die vor zwei Jahren noch Dritte im Gesamt-Weltcup wurde und insgesamt elf WM-Medaillen (davon acht Staffel-Medaillen) gewonnen hat.

Gesundheitliche probleme in der vergangenheit

In den letzten Jahren hatte Tandrevold mit Herzrhythmusstörungen zu kämpfen und musste sich im Vorwinter einer Katheterablation unterziehen. Diese gesundheitlichen Probleme, kombiniert mit ihren Schwierigkeiten im Stehendschießen, verhinderten in letzter Zeit bessere Ergebnisse.