Infantino-wiederwahl: dfb zögert – machtspiel im weltfußball!

Vancouver – Der deutsche Fußball-Bund (DFB) hält sich bei der Frage nach einer erneuten Kandidatur von FIFA-Präsident Gianni Infantino noch bedeckt. Nach dem jüngsten Kongress des Weltverbandes in Vancouver deutete DFB-Präsident Bernd Neuendorf an, dass interne Beratungen und Gespräche mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) notwendig seien, bevor eine Entscheidung fallen kann. Ein Machtspiel beginnt sich abzuzeichnen, dessen Ausgang weitreichende Konsequenzen für die Zukunft des internationalen Fußballs haben könnte.

Die offene haltung des dfb: mehr als nur formalität

Infantinos Ankündigung, sich beim Kongress 2027 in Marokko erneut zur Wahl zu stellen, sei zwar „nicht überraschend“, so Neuendorf. Doch die Bewertung dieser Ambitionen sei keineswegs eine leichte Entscheidung. „Das betrifft nicht meine alleinige Entscheidung, sondern obliegt unseren Gremien“, betonte er, was die Komplexität der Situation unterstreicht. Der DFB wird sich demnach innerhalb der eigenen Strukturen und in enger Abstimmung mit der DFL mit der Thematik auseinandersetzen – ein Prozess, der Zeit und sorgfältige Abwägung erfordert.

Ein Blick zurück: Der DFB und Infantino. Die Beziehung zwischen dem DFB und dem Schweizer FIFA-Chef war in der Vergangenheit alles andere als harmonisch. Insbesondere die Ereignisse rund um die WM 2022 in Katar, wo der DFB im Streit um die „One Love“-Kapitänsbinden kein gutes Bild abgab, belasteten das Verhältnis erheblich. Dass sich die Dinge inzwischen „entspannt“ haben, wie Neuendorf im Vorjahr vermutete, ändert nichts an der Notwendigkeit einer kritischen Prüfung der Infantino-Kandidatur.

Die globale unterstützung für infantino – und der deutsche sonderweg

Die globale unterstützung für infantino – und der deutsche sonderweg

Während Infantino auf breite Unterstützung aus Südamerika (CONMEBOL), Afrika (CAF) und Asien (AFC) zählen kann, scheint der DFB eine andere Gangart zu gehen. Die Tatsache, dass der DFB bei Infantinos Bestätigung im Amt 2023 seine Unterstützung verweigert hatte, zeugt von einer gewissen Skepsis gegenüber dem Amtsinhaber. Neuendorf, der selbst Mitglied im FIFA-Council ist, muss nun eine Balance finden zwischen den Interessen des deutschen Fußballs und den geopolitischen Gegebenheiten im Weltfußball.

Die Möglichkeit einer deutschen Bewerbung für die Austragung der Fußball-WM in der Zukunft könnte ebenfalls ein Faktor bei der Entscheidungsfindung sein. Eine Statutenänderung, die das FIFA-Council vor vier Jahren beschloss, ermöglicht es Infantino, bis 2031 im Amt zu bleiben – eine Entwicklung, die den Druck auf den DFB erhöht, eine klare Position zu beziehen. Seine erste Amtszeit, die von Kontroversen begleitet war, wird von vielen kritisch gesehen. Die nächste Wahl könnte daher seine letzte sein, was die Bedeutung der Entscheidung des DFB weiter erhöht.

Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, welchen Weg der DFB einschlagen wird. Eines ist jedoch klar: Die Entscheidung wird nicht nur den deutschen Fußball, sondern die gesamte Sportwelt beeinflussen.