Infantino setzt zeichen: fifa setzt stuhl für inhaftierten journalisten gleizes frei
Ein überraschender Appell von FIFA-Präsident Gianni Infantino hat für Aufsehen gesorgt. Kurz vor dem Start der WM in Mexiko äußerte er die Hoffnung auf eine schnelle Begnadigung des französischen Sportjournalisten Christophe Gleizes, der in Algerien inhaftiert ist – und ließ symbolisch einen Stuhl für ihn frei.
Die ungewöhnliche geste des fifa-chefs
Die Pressekonferenz in Mexiko-Stadt, anlässlich des bevorstehenden WM-Auftaktspiels zwischen Mexiko und Südafrika, wurde plötzlich von einer unerwarteten Botschaft überschattet. Infantino, bekannt für seine oft umstrittenen Aussagen, nutzte die Gelegenheit, um sich für Gleizes einzusetzen. „Es gibt einen leeren Stuhl“, erklärte er, „symbolisch für Christophe Gleizes, den einzigen inhaftierten Sportjournalisten weltweit.“ Die FIFA hatte den Journalisten für die WM akkreditiert, und Infantino drückte die Hoffnung aus, dass Gleizes „in einem Akt von Menschlichkeit vom algerischen Präsidenten begnadigt“ wird und an der WM teilnehmen könne.

Der hintergrund des falls gleizes
Christophe Gleizes, Mitarbeiter der französischen Sportmagazine „So Foot“ und „Society“, wurde im Mai 2024 in Algerien festgenommen, während er an einem Artikel über die Fußballvereine in der Region Kabylei arbeitete. Ihm wird „Verherrlichung des Terrorismus“ vorgeworfen, was auf vermeintliche Kontakte zu einer in Algerien als Terrororganisation eingestuften Berber-Separatistenbewegung zurückzuführen ist. Die Verurteilung zu sieben Jahren Haft hat international für Besorgnis gesorgt. Die Familie von Gleizes zeigte sich dankbar für Infantinos Unterstützung, während Kritiker die FIFA dafür kritisierten, sich erst jetzt zu äußern.

Reaktionen und die forderung nach solidarität
Die NGO Reporter ohne Grenzen (RSF) begrüßte Infantinos Stellungnahme und betonte, der Platz von Gleizes sei „in den Stadien und hinter den Kulissen dieses großen internationalen WM-Turniers“ und nicht im Gefängnis. Auch Pierre de La Saussay, ein langjähriger Freund von Gleizes, appellierte an die Fußballer der WM, sich öffentlich für Gleizes einzusetzen. Die Hoffnung ruht nun auf einer möglichen Begnadigung durch Präsident Abdelmadjid Tebboune, die als Zeichen der Annäherung zwischen Frankreich und Algerien gewertet werden könnte. Ob diese Hoffnung in Erfüllung geht, bleibt abzuwarten, doch Infantinos Geste hat die Aufmerksamkeit auf den Fall Gleizes und die Bedeutung der Pressefreiheit in Algerien gelenkt.
Die Frage, ob die WM tatsächlich zu einer positiven Veränderung in diesem Fall führen kann, bleibt offen. Aber eines ist klar: Der leere Stuhl in Mexiko ist ein mahnendes Zeichen für die Notwendigkeit von Solidarität und die Verteidigung der Meinungsfreiheit, auch im Sport.
