Infantino festigt seine macht: regiert fußballwelt bis 2031?

Vancouver – Gianni Infantino hat mit seiner Ankündigung eine Welle der Bestätigung ausgelöst: Der Schweizer strebt eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident an und sieht sich bereits bis 2031 an der Spitze des globalen Fußballverbands. Ein Gegenkandidat ist nirgends in Sicht, was die Chancen des Amtsinhabers quasi ins Unendliche steigen lässt.

Die unterstützung aus allen weltregionen

Die Entscheidung Infantinos, sich bei der Vollversammlung im kommenden Jahr zur Wiederwahl zu stellen, ist offenbar schon lange vorbereitet. Konföderationen aus Südamerika (CONMEBOL), Afrika (CAF) und Asien (AFC) haben ihm ihre Unterstützung bereits zugesagt – eine Machtdemonstration, die kaum zu überbieten ist. Insbesondere die Stimmen aus Afrika und Asien, die zusammen 100 von 211 Stimmen bei der FIFA-Präsidentschaftswahl ausmachen, sind für Infantino von unschätzbarem Wert. Dazu kommen noch die zehn Stimmen Südamerikas. Die UEFA, Europas Fußballverband, hat sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht positioniert, scheint aber angesichts der überwältigenden Unterstützung kaum eine andere Wahl zu haben, als sich anzuschließen.TAG6

Rekordeinnahmen und kritik im schatten

Rekordeinnahmen und kritik im schatten

Unter Infantinos Führung hat die FIFA beispiellose Einnahmen erzielt. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Kritiker bemängeln eine Abkehr von den Reformen, die 2016 auf den Weg gebracht wurden, und werfen ihm vor, seine eigene Machtposition über das Wohl des Fußballs zu stellen. Seine enge Beziehung zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump sorgte jüngst für zusätzliche Kontroversen, als die Organisation Fair Square mögliche Verstöße gegen die politische Neutralität der FIFA anzeigte – eine Beschwerde, die bisher nur vom norwegischen Verband unterstützt wurde.

Ein statutenänderung ebnet den weg

Ein statutenänderung ebnet den weg

Die Möglichkeit einer so langen Amtszeit Infantinos ist das Ergebnis einer Statutenänderung, die vor vier Jahren vom FIFA-Council beschlossen wurde. Diese Änderung wertet seine bisherige Amtszeit nicht als vollständig an, was ihm theoretisch den Weg für eine weitere Wiederwahl im nächsten Jahr ebnet. Allerdings wäre dies seine letzte Chance, da die Statuten eine Amtszeitbegrenzung vorsehen. Die Zahl von 2031 ist also mehr als eine bloße Angabe; sie ist ein klares Bekenntnis zu seiner persönlichen Vision für die Zukunft des Weltfußballs. Die Frage, ob diese Vision mit den Interessen aller Beteiligten übereinstimmt, bleibt jedoch offen.

Die FIFA, so Infantino, sitze derzeit „an den wichtigsten Tischen“ und habe einen „echten Einfluss“. Ob dieser Einfluss jedoch nachhaltig und zum Wohle des Fußballs ist, wird die Zukunft zeigen. Denn während die Zahlen sprechen, schweigen die Stimmen derjenigen, die eine unabhängige Kontrolle und eine transparente Führung des Weltfußballs fordern.