Ineos-grenadier: viviani enthüllt den schlüssel zum giro d'italia-erfolg!
Mailand – Elia Viviani, der neue Sportdirektor des Ineos-Grenadier-Teams und mehrfache Olympiasieger, hat im Exklusivinterview mithelden.com einen überraschend klaren Blick auf den kommenden Giro d’Italia geworfen. Während viele Experten die zahlreichen Bergwertungen in den Fokus rücken, sieht Viviani eine ganz andere Etappe als entscheidend: die 42 Kilometer lange Einzelzeitfahrt in der zehnten Etappe von Viareggio nach Massa.
Die zeitmaschine als wegbereiter
“Dort wird der Unterschied gemacht werden, und zwar um zwei bis drei Minuten”, so Viviani, der selbst einst als einer der schnellsten Fahrer der Welt brillierte. Seine Erfahrung als Sprinter und sein tiefes Verständnis für das Rennen lassen ihn zu dem Schluss kommen, dass die Zeitfahrt das Rennen im Grunde schon entscheiden könnte. Die Anstiege, wie der Blockhaus und der Corno alle Scale, sind zwar wichtige Etappen, doch ihre Bedeutung bleicht im Vergleich zur Einzelzeitfahrt fast schon mit der Zeit.
Viviani, der erst kürzlich seine neue Rolle im Ineos-Grenadier-Team angenommen hat, spricht offen über die Herausforderungen und Freuden seiner neuen Aufgabe. “Es ist ein Gefühl, das ich schon länger hatte, von der Führung auf der Straße zur Rolle des Mentors. Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben und die jungen Fahrer unterstützen. Die Verantwortung für den Gesamterfolg liegt zwar nicht mehr direkt bei mir, aber ich bin stolz darauf, meinen Beitrag leisten zu können.”

Von der piste ins ammiraglia: ein neuanfang
Der Wechsel vom aktiven Rennfahrer zum Sportdirektor ist für Viviani ein radikaler Umbruch. “Es ist nicht der Traumjob meiner Jugend”, gesteht er ehrlich, “aber er ermöglicht es mir, im Zentrum des Radsports zu bleiben.” Besonders die Arbeit hinter den Kulissen, die Analyse der Rennen und die Unterstützung der Fahrer schätzt er. Die Vorbereitung auf die Pariser-Roubaix, so erzählt er, sei ein intensiver Prozess aus Meetings, strategischer Planung und detaillierter Streckenbegehung. “Die eigentliche Taktik findet nicht während des Rennens statt, sondern davor.”
Viviani betont die Bedeutung des Bahnradsports für die Top-Sprinter der heutigen Zeit: “Für Athleten wie Ganna oder Milan ist das Training auf der Bahn von entscheidender Bedeutung. Dort finden sie das Gefühl für das Pedalieren wieder, die Explosivität und die nötige Kraft für schnelle Sprints.” Er selbst, als drefache Olympiasieger, ist sich der Bedeutung der Bahn bewusst und betrachtet sie als wichtigen Bestandteil der Vorbereitung auf die Straßenrennen.
Die Frage, ob er selbst am Giro hätte teilnehmen wollen, beantwortet Viviani mit einem Lächeln: “Für einen Italiener ist der Giro das Rennen des Jahres. Es ist mehr als nur ein Rennen – es ist Heimat, es sind die Straßen, auf denen man aufgewachsen ist, es ist das Publikum. Ich hätte ihn immer gewählt.”

Optimismus und zukunftsperspektiven
Viviani blickt optimistisch auf die Zukunft des italienischen Radsports. Trotz gelegentlicher Kritik sieht er eine hohe Qualität im gesamten Sport. “Wir haben Weltklasse-Fahrer im Zeitfahren und im Sprint, wie Ganna und Milan. Wir müssen unsere Basis stärken, insbesondere in den Jugendkategorien. Dort liegt der Schlüssel, um zukünftige Champions hervorzubringen.” Er sieht in Pellizzari einen aufstrebenden Stern und ermutigt zu Geduld und kontinuierlicher Arbeit.
Mit einem Augenzwinkern schließt Viviani das Gespräch: “Ich habe meine Karriere mit einem Weltmeistertitel beendet, und das gibt mir eine tiefe Zufriedenheit. Jetzt blicke ich voller Vorfreude auf die neue Herausforderung als Sportdirektor – und darauf, das Team auf dem Weg zum Erfolg zu unterstützen.”
