Ihf erfindet handball-wm der underdogs: neue trophäe für die vergessenen

Die International Handball Federation schafft ein Paralleluniversum. Statt Qatar, Dänemark und Kroatien dürfen künftig Hong Kong, Kamerun und Vanuatu um eine eigene Krone kämpfen – die IHF Nations Trophy, ein Turnier für alle, die sonst nur Zuschauer sind.

Die Regel ist brutal simpel: Wer zwei der letzten drei Weltmeisterschaften spielte, darf nicht mitmachen. Die WM-Elite wird aussortiert wie altes Weizenmehl. Die Folge: Plätze 25 bis 120 der Weltrangliste erhalten ein eigenes Finale, um endlich einmal nicht bloß Teilnehmergeld abzustauben, sondern echtes Silber.

Der strategische plan dahinter

Der strategische plan dahinter

Hinter der Idee steckt kein Mitleid, sondern kalte Kalkulation. Die IHF will ihre Entwicklungsprogramme entladen und ein Ausbildungslager in Turnierform verpacken. Trainer, Schiedsrichter, Organisatoren – alle sollen lernen, wie man eine Weltveranstaltung stemmt, ohne gleich von ARD und beIN Sports durchleuchtet zu werden.

Beach-Handball und Nachwuchs-Nationstrophy lieferten bereits Probedrucke. Die Erwachsenen-Version folgt 2025, alle vier Jahre, parallel zur richtigen WM. Die erste Austragungsstätte ist noch offen, Interesse haben laut IHF bereits „dutzende“ Verbände gemeldet – ein Euphemismus für Länder, die sonst nie eine Ausschreibung gewinnen.

Den Zyniker spricht die Zahlen: 2019 schalteten bei der WM in Deutschland durchschnittlich 3,37 Millionen ein. Bei der U21-Nationsstrophe gegen Lybien schalteten 12 000 Fans auf YouTube gleichzeitig zu. Die IHF hofft nun, mit dem Underdog-Format neue Märkte zu erobern und Fernsehgelder zu generieren, wo bisher nur Entwicklungshilfe floss.

Ein Detail bleibt unerwähnt: Die Trophäe zählt nicht für die Weltrangliste. Die Punkte bleiben fiktiv, die Erfolge bewegen sich im Niemandsland zwischen Freundschaftsspiel und offiziellem Match. Für Hong Kong ist das egal – sie winkt endlich das Trikot mit dem Aufdruck „World Cup Edition“, auch wenn es nur die Trophy-Variante ist.