Hyundai boulder: korea erfindet sich neu und attackiert den us-markt mit einem echten mann

Der Defender ist tot, lang lebe der Boulder. Hyundai schickt in New York ein Konzept, das so gar nicht nach Korea aussieht: Rahmen statt Monocoque, 37-Zoll-Gummi, Pick-up-Heck, ein Innenraum, der nach Schweiß und Benzin riecht. Die Botschaft: Wir holen das Terrain zurück, das Land Rover den Amerikanern überließ.

Ein chassis wie aus den 80ern, nur dreckiger

Stahlleiter, abgekapselte Karosserie, Schrauben statt Kleber – der Boulder baut, was moderne SUVs verstecken. Das erlaubt Radständewüchse, Pick-up-Module, offene Flächen für Zubehör. Die Karosse schwimmt auf Gummilagern, die Achsen sitzen so weit außen, dass ein Rubicon neidisch wird. 37 Zoll Durchmesser, 13 Zoll Bodenfreiheit, ein Winkelarsenal, das jeden Jeep alt aussehen lässt. Die Reserveradträger klappen seitlich, weil hinten Platz für eine Anhängerkupplung mit 3,5 t Zuglast bleibt.

Im Cockpit dominiert gebrannter Kunststoff, Aluminium-Strangpressprofile und Schalter, die man auch mit Handschuhen bedient. Kein Touchslide, keine Ambiente-LEDs. Dafür ein Dachmodul mit integrierten Zollstock-Nuten – wer misst, gewinnt. Die Sitze sind mit Cordura bespannt, abnehmbar und waschbar im Haushaltswaschgang. Hyundai nennt das „Gear-DNA“, gemeint ist: Rein in den Schlamm, raus aus der Sorge.

New york ist nur der aufgalopp – die produktion zielt auf texas

New york ist nur der aufgalopp – die produktion zielt auf texas

Die Showkarosse dient als Testballon, doch die Ingenieure arbeiten längst an einer Serienversion für 2027. Gebaut wird im neuen Werk in Bryan County, Georgia – dieselbe Linie, die künftig auch den elektrischen Ioniq Pick bedient. Der Boulder behält jedoch Verbrenner: ein 3,5-Liter-V6-Turbo mit 422 PS, optional ein Sechszylinder-Diesel mit 600 Nm Drehmoment. Beide kombiniert mit einem zehnstufigen Automaten und Zweigang-Übersetzung. Marktstart exklusiv USA, Kanada und Mexiko – Europa bekommt nur einen schmalen Bruder mit 2,2-Liter-Diesel und kürzerem Radstand.

Der Preis? Hyundai murmelt etwas von „unter 50 000 Dollar“, was angesichts eines Basispick-ups aus Detroit lacht. Die Rechnung geht auf, weil die Plattform mit dem künftigen Militär-Geländewagen der südkoreanischen Armee teilt. Entwicklungskosten halbieren sich, Gewinne verdoppeln sich. Und die Jungs von Jeep, Ford Bronco und Toyota Land Cruiser 70 bekommen einen Feind, der asiatische Preise mit amerikanischer Robustheit verheiratet.

Land Rover hat den Defender zu einem Lifestyle-Kreuzer gemacht, Hyundai holt das Gelände zurück auf den Asphalt. Wenn der Boulder 2027 in Texas vom Band rollt, wird der Markt der harten Jeeps nicht mehr derselbe sein. Korea spielt nicht mehr mit – Korea führt jetzt das große Kettenrad.