Huub stevens: der jahrhunderttrainer kehrt nach schalke zurück
Gelsenkirchen – 29 Jahre ist es her, seit Huub Stevens Schalke 04 in den UEFA-Pokal führte. Ein Triumph gegen Inter Mailand, der den Niederländer in Gelsenkirchen unsterblich machte. Nun wird Stevens offiziell als Jahrhundertrainer verehrt – ein Titel, der in einem Verein, in dem Trainer oft nur eine Saison überleben, eine besondere Bedeutung hat. Doch die Geschichte von Stevens und Schalke ist mehr als nur ein Pokalsieg; sie ist eine Geschichte von Verbundenheit, harter Arbeit und einer fast schon magischen Verbindung zwischen einem Mann und einem Arbeiterverein.
Die kuriose vorgeschichte zum uefa-pokal-sieg
Die Geschichte des Triumphes beginnt ironischerweise mit einer Niederlage. 1996/97 traf Schalke im UEFA-Pokal auf Roda Kerkrade, das von Stevens trainiert wurde. Die Schalker verloren deutlich, doch diese Niederlage sollte sich als Glücksfall erweisen. Der damalige Schalke-Trainer Jörg Berger wurde daraufhin entlassen, und Manager Rudi Assauer suchte nach einem Nachfolger – und fand in Huub Stevens den Mann, der das Team nach oben führen konnte. Assauer sagte: „Er hat bewiesen, dass er Vereine ohne große Stars und mit geringen finanziellen Möglichkeiten nach oben führen kann.“

Mehr als nur taktik: der „knurrer von kerkrade“ als familienvater
Stevens war nicht nur ein taktisch versierter Trainer, sondern auch ein Mensch, der sich um seine Spieler kümmerte. Er notierte sich nicht nur die Geburtsdaten der Spieler, sondern auch die ihrer Angehörigen und gratulierte ihnen persönlich in der Kabine. Diese Atmosphäre, geprägt von Härte und Menschlichkeit, führte dazu, dass Schalke bis nach Mailand spielte. Die Spieler feierten den Erfolg mit dem Trainer und sangen: „Huub Stevens, Huub Stevens, weißt Du noch, kannst Du Dich erinnern? 3:0!“ – eine Anspielung auf die frühe Niederlage gegen Kerkrade.

Das finale in mailand: nerven, elfmeter und ein unvergesslicher moment
Das Finale gegen Inter Mailand war ein nervenaufreibender Abend. Stevens gab die Devise vor, mutig nach vorne zu spielen, und das Motto „Die Null muss stehen!“ wurde zum Leitfaden. Im Hinspiel fiel nur ein Tor, das Marc Wilmots erzielte. Nach der knappen Führung reisten die Schalker nach Mailand, begleitet von 25.000 Fans. Das Spiel ging in die Verlängerung, die torlos blieb. Dann kam der Elfmeterschießen. Stevens hatte seine Torhüter vorbereitet und war so in den Moment vertieft, dass er den entscheidenden Treffer von Wilmots erst notierte, nachdem er ihn gesehen hatte. „Wenn du zurückdenkst, dann kommt dieser Moment doch nach vorne – dass ich als Trainer, der gerade den UEFA-Cup gewinnt, noch am Notieren bin, wie Marc den Elfmeter reingeschossen hat“, erinnerte sich Stevens.
Der Sieg bedeutete den letzten Titel einer deutschen Mannschaft in diesem Wettbewerb für 25 Jahre. Huub Stevens hatte Schalke 04 nicht nur zu einem Pokalsieg geführt, sondern auch eine Ära geprägt, die bis heute in Erinnerung bleibt. Sein Einfluss auf den Verein und seine Fans ist unbestritten, und sein Titel als Jahrhundertrainer ist wohlverdient.
