Huesca versinkt im schiedsrichter-streit: elfmeter-drama mit sechs minuten var-wirrwarr

Die SD Huesca rutscht ab, der Ball rollt – und plötzlich steht der Videoschiedsrichter sechs Minuten lang still. Was folgte, war kein Tor, sondern ein Eklat. Beim 1:3 gegen Almería pfiff Referee Marta Huerta de Aza Elfmeter, nachdem der VAR sie an die Monitor-Ecke bat. Piña und Miguel de la Fuente stritten im Fünfmeterraum, die Bilder waren vage, die Entscheidung spät. Die Folge: Huesca liegt jetzt fünf Punkte hinter dem rettenden Ufer und liefert sich mit der Liga einen offenen Schlagabtausch.

Der protest schlägt wellen bis madrid

Um 10:07 Uhr am Sonntagmorgen veröffentlichte der Klub ein Papier, das in jede Pressestelle Spaniens vibrierte. Drei Punkte, klar strukturiert, juristisch scharf geschliffen. Punkt eins: Kein klares Fehlurteil. Wenn eine Szene sechs Minuten und zig Replay braucht, sei eben gerade keine „klare, offensichtliche und manifeste“ Fehlentscheidung erkennbar. Der bloße Zeitaufwand sei der Beweis für Zweifel, nicht für Gewissheit.

Punkt zwei: Die Audio-Dateien belasten den VAR-Raum. Nach Angaben des Klubs sickerten Tonspuren durch, in denen die VOR-Techniker die Schiedsrichterin nicht nur berieten, sondern laut Huesca „beeinflussten“. Statt neutraler Bildlieferung gebe es „kontinuierliche subjektive Bewertung“. Ein Verstoß gegen die RFEF-Statuten, die dem Unparteiischen „autonome Entscheidung“ garantieren.

Punkt drei: Integrität der Meisterschaft. Der Verein wirft der Profiliga ein System vor, „das den Wettbewerb verzerrt“. Jede Punktteilung am unteren Tabellenende wirke wie ein Dominostein. Für Huesca geht es um nicht weniger als die wirtschaftliche Existenz: Der Etat für die Saison beläuft sich auf 19 Millionen Euro, bei Abstieg drohen TV-Einbußen von rund zehn Millionen. Die Region Aragonien, mit knapp 1,3 Millionen Einwohnern, sieht in der ersten Mannschaft ein Aushängeschild weit über den Sport hinaus.

Oltra beginnt mit debakel – und einer frage an den verband

Oltra beginnt mit debakel – und einer frage an den verband

Trainer José Luis Oltra feierte sein Debüt mit einer Niederlage, die seinem Team die letzte Schneise Selbstvertrauen raubte. Die Statistik ist brutal: seit acht Spielen ohne Sieg, nur zwei Punkte aus den letzten fünf Partien. Die Defensive kassierte in diesem Zeitraum zwölf Gegentore, die Offensivreihe um Juanjo Narváez kam nur auf vier Treffer. Oltra stand nach Abpfiff sichtlich mit dem Rücken zur Wand: „Wir brauchen Ruhe, aber wir brauchen auch Gerechtigkeit. Punkt.“

Der Verband hat die Akten angefordert, ein offizielles Prüfverfahren ist noch nicht eröffnet. Doch die SD Huesca legt nach: In einer internen Mail an die Liga fordert der Klub ein strukturiertes Schiedsrichter-Gespräch vor dem 34. Spieltag. Frist: 48 Stunden. Sonst droht rechtlicher Schritt. Die Zeit drängt – am Samstag geht es gegen Eibar, ebenfalls ein Abstiegskandidat. Dort könnte schon das nächste VAR-Bild die Saison entscheiden.

Die Fans reagieren mit Spott und Sorge. „Wenn der VAR länger braucht als meine Pommes frites, stimmt was nicht“, kommentierte ein Twitter-Nutzer. Die Wahrheit steht in der Statistik: Huesca kassierte in dieser Spielserie bereits drei Elfmeter gegen sich – alle nach VAR-Intervention. Kein anderer Zweitligist wurde so häufig per Video bestraft. Die Tabelle lügt nicht, aber sie schmerzt. Und sie erinnert daran, dass der Abstieg nicht nur ein Sportdrama, sondern ein wirtschaftlicher Sprengsatz ist. Die SD Huesca wird weiterkämpfen – mit dem Ball und mit dem Rechtsanwalt.